Unterstützung der Bundesregierung Zentralrat der Juden bekommt mehr Geld

Die staatliche Unterstützung für den Zentralrat der Juden steigt von zehn auf 13 Millionen Euro pro Jahr. Damit reagiert die Bundesregierung auf den wachsenden Antisemitismus.

Josef Schuster, Horst Seehofer
DPA

Josef Schuster, Horst Seehofer


Der Zentralrat der Juden in Deutschland bekommt künftig eine deutlich höhere Unterstützung des Bundes: Er vereinbarte mit dem Bundesinnenministerium am Freitag eine Aufstockung der jährlichen Staatsleistung von zehn Millionen auf 13 Millionen Euro, wie beide Seiten übereinstimmend mitteilten. Damit leiste die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes und zum weiteren Aufbau der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, der Zentralrat der Juden müsse sich wachsenden Herausforderungen stellen. "Auch der gestiegene Antisemitismus in der Gesellschaft gibt mir Anlass zur Sorge." Die jüdischen Bürger sollten sich in Deutschland sicher und geborgen fühlen. "Wer unsere jüdischen Bürger bedroht, der bedroht uns alle. Auch daher sei ihm die Erhöhung der Staatsleistung ein wichtiges Anliegen."

"Dem wachsenden Antisemitismus begegnen"

Zentralratspräsident Josef Schuster sprach von einem "guten Tag für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland". Mit den gestiegenen Mittel könnten wichtige Projekte verwirklicht werden, um das jüdische Leben in Deutschland zu stärken. "Dem wachsenden Antisemitismus wollen wir vor allem durch Aktivitäten im Bildungsbereich begegnen." Dazu gehörten besonders der Ausbau der Bildungs- und Kulturarbeit des Zentralrats.

Die Bundesregierung gewährt dem Zentralrat der Juden seit 2003 eine vertraglich festgelegte, jährliche Staatsleistung. Mit der Unterzeichnung des Änderungsvertrages heute wird diese Staatsleistung zum dritten Mal erhöht.

cte/AFP



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