Umfrage 62 Prozent der Deutschen nennen Zivilschutzkonzept Panikmache

Lebensmittel- und Wasservorräte für mehrere Tage? Die Bürger halten wenig davon, laut einer Umfrage wollen nur zwölf Prozent der Deutschen dem Rat der Bundesregierung folgen.

Kundin im Supermarkt
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Eine Mehrheit der Deutschen sieht das neue Zivilschutzkonzept der Regierung kritisch. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern". Demnach finden 62 Prozent, dass es sich bei der Strategie um Panikmache handele. Unter anderem empfiehlt die Bundesregierung, Lebensmittel für einen Zeitraum von zehn Tagen und Trinkwasser für mindestens fünf Tage zu lagern. 33 Prozent der Befragten halten das für sinnvoll.

Eine Mehrheit von 54 Prozent gab an, auch in Zukunft keine Lebensmittel lagern zu wollen, lediglich zwölf Prozent wollten dem Rat der Regierung folgen. 32 Prozent der Bürger hätten allerdings schon Vorräte für den Notfall angelegt.

Die Regierung hatte das Konzept in der vergangenen Woche präsentiert, die Empfehlungen aber nicht in Zusammenhang mit der aktuellen Sicherheitslage gestellt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gibt Bürgern schon länger Hinweise, wie sie sich etwa auf Naturkatastrophen vorbereiten können.

CDU und CSU können von der Diskussion über die innere Sicherheit offenbar nicht profitieren. Laut einer weiteren Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL verliert die Union im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte und kommt auf 33 Prozent. Die AfD verbessert sich demnach um zwei Punkte und erreicht mit zwölf Prozent den zweithöchsten Wert in diesem Jahr.

Bei den anderen großen Parteien stellten die Meinungsforscher bei der Sonntagsfrage keine Veränderungen fest: Die SPD verharrt bei 22 Prozent, die Grünen bei zwölf Prozent, die Linkspartei bei neun Prozent und die FDP bei sechs Prozent.

cte/Reuters



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