Zum Jahrestag der Wiedervereinigung Kleiber und Schabowski begnadigt

Rund ein drei viertel Jahr haben die beiden früheren Politbüro-Mitglieder Günter Schabowski und Günther Kleiber in Haft verbracht. In vier Wochen sollen sie wieder auf freiem Fuß sein.


Günter Schabowski, Günther Kleiber
DPA

Günter Schabowski, Günther Kleiber

Berlin - Die beiden SED-Politiker waren im August 1997 vom Berliner Landgericht wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze zu dreijährigen Haftstrafen verurteilt worden. Kleiber saß achteinhalb Monate im Gefängnis, Schabowski neuneinhalb Monate. Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), der für das Justizressort zuständig ist, habe nun über die Begnadigung entschieden, gab die Justizverwaltung bekannt. Beide sollen am 2. Oktober aus der Haft entlassen werden.

Diepgen habe die Entscheidung getroffen, um zum bevorstehenden Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober ein Zeichen zu setzen. Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands müsse solchen Menschen bei ihrem Neuanfang geholfen werden, die sich glaubhaft von ihren Taten abgewendet und Fehler eingestanden hätten. Die Leiden und Qualen der Opfer würden damit nicht vergessen oder ausgelöscht.

PDS-Sprecher Hanno Harnisch begrüßte die Entscheidung als richtiges Signal zum Tag der Einheit. Er kritisierte aber, dass nicht auch der frühere DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz, der derzeit seine sechseinhalbjährige Haftstrafe absitzt, begnadigt wurde.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.