Debatte über Zuwanderungsgesetz CDU-Generalsekretär Tauber plädiert für kanadisches "Patensystem"

Paten für Einwanderer? CDU-Generalsekretär Tauber schlägt ein neues Gesetz nach kanadischem Vorbild vor - dabei hatten seine Parteikollegen einem ähnlichen Vorstoß von der SPD schon eine Absage erteilt.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber: Blick nach Kanada
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CDU-Generalsekretär Peter Tauber: Blick nach Kanada


Hamburg/Berlin - Peter Tauber lässt trotz der Kritik in der eigenen Partei an seinem Vorstoß für ein Einwanderungsgesetz nicht locker. In der "Bild am Sonntag" schlug er vor, "Einwanderungs-Attachés" an den deutschen Botschaften im Ausland zu beschäftigen und in Deutschland ein "Patensystem" nach kanadischem Vorbild aufzubauen. "In Kanada bekommt jeder Einwanderer einen Einheimischen an die Hand, der ihm das Land näherbringt. Deutschland hat doch eine große Ehrenamtskultur. Warum sollten wir die nicht nutzen?", so Tauber.

Die Paten könnten Einwanderern die deutsche Geschichte und Kultur nahebringen. "Da geht es nicht nur um Behördengänge, sondern um Demokratie, Gleichberechtigung, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung oder auch einfach mal darum, zu erklären, warum die Deutschen so fußballbegeistert sind."

Die "Einwanderungs-Attachés" könnten in den deutschen Botschaften der Länder, in denen man Menschen für Deutschland begeistern wolle, gezielt für die Bundesrepublik werben. Als Beispielländer nannte Tauber Indien, Korea, die USA, Brasilien und Mexiko. In Deutschland brauche man flächendeckend "Welcome Center", so der CDU-Generalsekretär. "Einwanderer sollen bei den Behörden nicht als Bittsteller auftreten müssen, sondern umfassend Hilfe bekommen - und das am besten aus einer Hand."

Anfang dieser Woche hatte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann für ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild geworben, um mehr qualifizierte Arbeitskräfte nach Deutschland zu locken. Dieser Vorschlag wurde von Unionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer abgelehnt: "Was von dem Kollegen Oppermann vorgeschlagen wird, dieses Punktesystem, ist nicht erforderlich, um Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen."

cbu/dpa



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insgesamt 34 Beiträge
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fradie 08.03.2015
1. Billige Kopie
Sowohl Oppermann wie Tauber schlagen jetzt das vor, was die AFD schon 2013 vorgeschlagen hat.Nur wurde es damals von CDU und SPD vehement abgelehnt.Es ist einfach katastrophal von welchen Leuten wir regiert werden.
Mister Stone 08.03.2015
2.
Ist ja nix neues, Vorschläge und Anträge anderer Parteien empört abzulehnen, um sie bei nächster Gelegenheit als neu verpackte eigenen Idee aus dem Hut zu zaubern ("Wir haben immer gesagt..."). Die SPD soll sich aber mal nicht aufregen, die macht das ebenso skrupellos (besonders bei Vorschlägen der Linkspartei!) wie ihre wahre Schwesterpartei CDU.
jujo 08.03.2015
3. ...
Es ist völlig egal von wem sinvolle Vorschläge in der Politik gemacht werden, der politische Gegner ist erstmal fundamental dagegen. Da wird keine noch so blödsinnige Argumentation gescheut, Hauptsache dagegen!
hanfiey 08.03.2015
4. gut
Ich helfe meinem Nachbarn bei Problemen die mit Schriftverkehr und Behörden zu tun haben und das ist auch nötig, obwohl studiert und gute Deutschkenntnisse. Der Teufel steckt bei uns im Detail, sowas von Bürokratisch und kompliziert gibt es wohl nur in Deutschland.
wo_st 08.03.2015
5. Kindergarten Politik
Nur mein System darf angenommen werden, das der anderen Partei ist doof. So geht Politik in Deutschland, gute Nacht Deutschland.
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