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Zuwanderung: De Maizière fordert gezielte Werbung um Fachkräfte

Bundesinnenminister de Maizière: Wirtschaft muss sich stärker engagieren Zur Großansicht
DPA

Bundesinnenminister de Maizière: Wirtschaft muss sich stärker engagieren

Mehr Hochqualifizierte und Fachkräfte sollen nach Deutschland kommen - Innenminister Thomas de Maizière will sie mit "Zuwanderungsmarketing" locken. Ein Gesetz lehnt er nach wie vor ab.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will Deutschland attraktiver für ausländische Fachkräfte machen. "Wir müssen da gezielt Werbung machen für unser Land, wo wir wollen, dass Menschen zu uns kommen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf einer Fachkonferenz in Berlin. Vor allem die Wirtschaft müsse sich dabei stärker engagieren, forderte er.

Zugleich äußerte er erneut Zweifel an der Wirksamkeit eines Einwanderungsgesetzes, wie es die SPD, aber auch Teile der Union fordern. Ein solches könne letztlich nur regeln, wer kommen und bleiben dürfe, aber nicht wer tatsächlich komme.

"Mit rechtlichen Änderungen, auch mit Vereinfachungen, wird es uns nicht gelingen, wesentlich mehr Fachkräfte und Hochqualifizierte in unser Land zu bringen", betonte de Maizière. Ausländische Fachkräfte stünden nicht Schlange, um nach Deutschland zu kommen, sondern zögen oft lieber nach Kanada, Australien, Neuseeland oder in die USA.

De Maizière plädierte deswegen dafür, gezielt zu werben. Auch müsse das Interesse an der deutschen Sprache im Ausland erhöht werden. Gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft könnten neue Anreize etwa in Form von Stipendien und Praktika entwickelt werden. Auch Internetportale und eine Übersicht über freie Stellen könnten helfen.

Der Minister sprach sich insbesondere dafür aus, die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten zu fördern. Es sei "unverständlich", warum über die größte Migrantengruppe so wenig gesprochen werde. Deutschland sei ein modernes Einwanderungsland. "Das Ob ist längst entschieden", fügte der Minister hinzu. "Viel interessanter ist die Frage nach dem Wie."

Er erteilte Forderungen nach gesetzlichen Lockerungen für Asylbewerber eine klare Absage. Es müsse unterschieden werden zwischen Menschen, die schutzbedürftig seien, und solchen, auf die das nicht zutreffe. Wer unter keinem Gesichtspunkt ein Aufenthaltsrecht beanspruchen könne, müsse abgeschoben werden: "Es gibt nicht das Recht zur freien Wohnsitzwahl in irgendeinem Staat der Welt."

Auf der ganztägigen Konferenz "Zuwanderung nach Deutschland - Einwanderungsland Bundesrepublik" diskutierte de Maizière mit Vertretern von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Vertretern über die Zuwanderungspolitik in Deutschland.

heb/AFP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. Typisch schwachsinniger
Lankoron 14.04.2015
Politikeraktionismus. Wir haben gar keinen Fachkräftemangel, es mangelt an der Ausbildungswilligkeit und vor allem an der Bezahlwilligkeit der Unternehmer. Wann wird sich das endlich mal in Politikerhirne einarbeiten?
2.
DuBistRaus 14.04.2015
Wirbt auch jemand um mich? Warum wird nicht erstmal versucht die vorhandenen Resourcen im eigenen Land zu nutzen? Wieviele arbeitslose Fachkräfte gibt es? Taugen die alle nichts? Ich selbst bin seit über einem Jahr arbeitslos, Dipl.-Ing., Softwareentwickler, über 30 Jahre Berufserfahrung. Mein Handicap: ich bin 59 Jahre alt.
3.
marthaimschnee 14.04.2015
Verstehen diese Knalltüten eigentlich, warum keine Fachkräfte hierher kommen? Hallo, das ist der Markt, den IHR unentwegt zu preisen versucht! Dort regiert Angebot und Nachfrage und das Angebot an Arbeitsplätzen, den Arbeitsbedingungen und vor allem der Bezahlung ist in Deutschland dank einer zu 100% auf Arbeitgeberzufriedenheit ausgelegten Reformagenda einfach nur noch mieserabel. Und wenn dann noch Pegida und brennender Ausländerhass (sprichwörtlich) um die Welt gehen, ist das perfekte Werbung ... lieber von hier fern zu bleiben!
4. Deutsche Überheblichkeit
sorry ich bin bloß arzt 14.04.2015
Es ist eine Schande qualifizierte Menschen aus ärmeren Regionen gezielt abzuwerben. Vor allem aus dem Gesundheitswesen, egal ob es sich um Ärzte oder Pflegekräfte handelt.
5. Wo ist das Konzept der Regierung ?
klaus64 14.04.2015
Einwanderer, Flüchtlinge, Asylbewerber, abgelehnte Asylbewerber ! Wann wird unsere Regierung in der Lage sein diese Problematik für die nach Deutschland illegal einreisenden Menschen zu regeln ? Es ist doch völlig untragbar die Menschenströme, die aus gutem Grund sich gerade Deutschland zum neuen Aufenthaltsort auswählen zu ordnen. Es ist keine Lösung politische Kampagnen für Hilfe für Flüchtlinge zu starten und alle Bürger die nach zukünftigen Lösungen fragen, als ausländerfeindlich und rechtsradikal abzustempeln. Es kamen 300 000 pro Jahr, 2015 werden u.U. 600 000 erwartet, 2016 sind es vielleicht 1 Mio. illegale Einwanderer, die dann nach mehreren Verfahrensschritten und Bleibestatus in 8 Jahren immer noch ohne Beschäftigung in Deutschland ausharren. Das kann doch nicht im Sinne von Menschenrecht sein.
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