Zuwanderungsgesetz Deutschland erlaubt mehr doppelte Staatsbürgerschaften

Wer einen deutschen Pass bekommt, muss seinen alten nicht mehr sofort abgeben: Mit dem geänderten Zuwanderungsrecht erlaubt Deutschland mehr Menschen doppelte Staatsbürgerschaften. Auch Deutsche, die in ein EU-Land oder die Schweiz auswandern, können beide Pässe behalten.


Berlin - Bewerber um die deutsche Staatsbürgerschaft müssen ihre bisherige Staatsbürgerschaft ab sofort nicht mehr aufgeben, wenn sie aus einem anderen Mitgliedsland der Europäischen Union oder der Schweiz kommen, erklärte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Und auch umgekehrt verlieren Deutsche nicht mehr ihre Staatsbürgerschaft, wenn sie die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz erwerben.

Bisher galt: Deutsche, die in einem EU-Land oder der Schweiz die Einbürgerung beantragten und erhielten, mussten ihren deutschen Pass abgeben. Sie hatten allerdings die Möglichkeit, kostenpflichtig vorher zu beantragen, dass die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft geduldet wird. Dafür mussten sie andauernde Bindungen an Deutschland geltend machen. Diese Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit ist in Zukunft nicht mehr erforderlich.

Wie der Schweizer "Tagesanzeiger" schreibt, könnten die Neuerungen für die deutsch-schweizerischen Beziehungen bedeutsam sein. Die Schweiz sei das beliebteste Auswandererziel der Deutschen. Mit dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens habe sich die Zahl der Deutschen, die in die Schweiz umgesiedelt sind, seit dem Jahr 2001 bis zum Jahr 2005 verdoppelt.

anr/dpa



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