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15.08.2003
 

Tropenkrankheiten

Lebensgefährliche Urlaubsmitbringsel

Schmerzen, Hautausschlag, Fieber - Urlaubskrankheiten haben viele Gesichter. Vor allem nach einem Aufenthalt in den Tropen sollten Symptome ernst genommen werden. Denn es kann Lebensgefahr bestehen.

Die Anopheles-Mücke überträgt das Tropenfieber Malaria
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DPA

Die Anopheles-Mücke überträgt das Tropenfieber Malaria

Hamburg - Experten wissen: Die hoch ansteckende Hepatitis A und Malaria tropica zählen zu den häufigsten unerwünschten Urlaubsmitbringseln. Je 1000 Fälle werden Jahr für Jahr in Deutschland gemeldet. Auch das Dengue-Fieber werde zu einem immer größeren Problem. Selbst Typhus sei keine Seltenheit. "Im Schnitt erkrankt einer von 3000 Reisenden daran", sagt Gerd Burchard vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Gemeinsam sind den Krankheiten ihre langen Inkubationszeiten. Während der Hepatitis-A-Virus bereits nach acht bis zehn Tagen ausbricht, könne es bei Malaria schon einmal bis zu drei Monaten dauern. Auch wer sich Typhus eingefangen habe, bekomme dies erst nach zehn bis 14 Tagen zu spüren. Neben Erkrankungen durch Viren und Parasiten können auch tropische Durchfälle zu Hause für böse Überraschungen sorgen: "Keime wie Salmonellen, Amöben und Lamblien benötigen bis zu zwei Wochen, bevor sie sich im Körper einnisten", sagt Burkhard Rieke, Internist und Tropenmediziner am Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

Wer sich nach einem Auslandsaufenthalt krank fühlt, müsse die Symptome daher genau beobachten. "Fieber und Blut im Stuhl sind Alarmzeichen für eine ernste Tropenerkrankung», warnt Rieke. Dringender Rat der Spezialisten: "Der Betroffene muss umgehend seinen Arzt aufsuchen." Wichtig ist dabei, dass der Patient den Arzt über seinen Urlaub aufklärt und ihm nichts verschweigt. Tropische Infektionen können lebensbedrohliche Komplikationen mit sich bringen wie Bauchfellentzündung, akuten Darmverschluss, Herz-Kreislauf-Störungen und Entzündungen der inneren Organe. Auch Todesfälle seien keine Seltenheit. Vor allem ältere Urlauber müssten auf der Hut sein: Für einen über 50-Jährigen könne eine Hepatitis-A-Erkrankung tödlich sein.

Malaria-Weltkarte
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WHO

Malaria-Weltkarte

Grundsätzlich sollten Urlauber schon vor der Reise vorbeugen: Neben Impfschutz sind ausreichende Informationen über das Reiseziel wichtig. Laut Experten erfolgen zum Beispiel viele Infektionen mit Hepatitis-A-Viren in Mittelmeerländern, für die laut Veranstalterkatalog gar kein Impfschutz nötig ist. Dazu zählten Tunesien, Marokko, Ägypten und die Türkei. Ebenso wüssten nur wenige, dass in Thailand das Dengue-Fieber grassiert und durch eine Mücke übertragen wird. Da helfen nur Mückenschutz und lange Ärmel.

Gabriele Reimers, gms

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