Sonntag, 22. November 2009

Reise



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08.03.2004
 

Stresserscheinungen

Eco-Tourismus gefährdet Tierpopulationen

Frei lebende Tiere leiden immer häufiger unter Stress. Als Auslöser gelten so genannte Eco-Touristen, die auf der Suche nach exotischen Lebewesen die entferntesten Plätze der Welt bereisen.

Delphin: Deutliche Zeichen von Hyperaktivität, wenn Touristen kommen
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Delphin: Deutliche Zeichen von Hyperaktivität, wenn Touristen kommen

Wie Biologen in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "New Scientist" berichten, nimmt die Zahl der unter Stress stehenden frei lebenden Tiere zu. Besonders zu beobachten sei der Zustand bei Eisbären, Walen, Delphinen und Dingos, so die Forscher.

Die Biologen machen darauf aufmerksam, dass die zunehmende Zahl der Eco-Touristen bedenklich sei. Viele Entwicklungsländer seien auf diese Art des Fremdenverkehrs angewiesen, der aufgrund des Artenreichtums eine ergiebige Geldquelle geworden sei. Der Eco-Tourismus bewirke aber bei den wild lebenden Tierpopulationen erhöhte Pulsraten sowie völlig verändertes Verhalten, kleineren Nachwuchs und sogar manchmal den Tod.

Auch Geoffrey Howard von der World Conservation Union IUCN in Nairobi kritisiert die beliebte Form des Reisens: "Eco-Tourismus ist eine alternative Aktivität zur absoluten Ausbeutung natürlicher Ressourcen", so Howard. Viele der Projekte würden Reisende in Gebiete bringen, in denen praktisch keine Infrastruktur existiere, dafür aber reichlich Natur.

Brillenpinguin: Stresssymptome durch Eco-Touristen
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Brillenpinguin: Stresssymptome durch Eco-Touristen

In einigen Ländern wie Neuseeland und Australien rühmen sich Veranstalter damit, ihre Touren unter besonders umweltfreundlichen Auflagen durchzuführen. Doch viele Projekte nehmen keine Rücksicht auf die Tierwelt, wie auch die neuseeländische Biologin Rochelle Constantine von der University of Auckland feststellen musste. Die Forscherin beobachtet seit 1996 Bottlenose-Delphine vor Neuseelands Nordostküste. Kamen Touristen in die Nähe der Tiere, reagierten die Säuger extrem frenetisch und zeigten deutliche Zeichen von Hyperaktivität, berichtet Constantine. Andere Forscher konnten solche Stresssymptome auch bei Eisbären und Pinguinen beobachten.

Neben dem Stress, dem die Tiere ausgesetzt sind, gibt es eine weitere Bedrohung. "New Scientist" berichtet, dass sich Krankheiten von Mensch auf Tier übertragen würden, die ganze Populationen auslöschen könnten. Dieser Faktor sei in Kombination mit Stress besonders tückisch.

Die Biologen fordern nun vor allem bessere Schutzmechanismen vor den Auswirkungen von Eco-Tourismus. Diese neue Art von Tourismus hätte in den vergangenen Jahren jährliche Zuwachsraten zwischen zehn und 30 Prozent verzeichnet. "Im Grunde steht eigentlich die Sicherheit und das Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund, denn ohne diese gibt es keinen Eco-Tourismus mehr", sagte Constantine. Schließlich seien sich die Biologen einig, dass richtig verstandener Eco-Tourismus Mensch und Tier viel bringen könne.

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