Dublin - Ab diesen Sonntag um Mitternacht ist es an fast allen Arbeitsplätzen, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Transportmitteln verboten zu rauchen. Bei Nichtbeachtung des Verbots drohen Geldbußen von bis zu 3000 Euro.
Während Rauchverbote schon längst in Städten und Gemeinden überall auf der Welt in Kraft sind, einschließlich Kalifornien und New York, ist Irland das erste Land, das ein solches Verbot flächendeckend verhängt. Der irische Premierminister Bertie Ahern äußerte sich sehr zufrieden zur Durchsetzung des Verbots. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass diese Maßnahme gesundheitliche Altlasten vermeidet, nicht für die jetzige aber für zukünftige Generationen, die glücklicherweise nie selbst erfahren müssen, wie es ist, in verqualmten geschlossenen Räumen zu arbeiten."
Meinungsumfragen hatten mehrfach gezeigt, dass die meisten Menschen in Irland die Anti-Raucher-Gesetze begrüßen. Nach Angaben der Regierung begrüßen selbst vierzig Prozent aller irischen Raucher das Verbot. Einige Raucher hätten sich schon seit Monaten den 29. März im Kalender dick angestrichen, um die schlechte Gewohnheit Rauchen endgültig aufzugeben, heißt es. Jedes Jahr kostet die Zigarettensucht in Irland 7000 Menschen das Leben.
Gegner des Verbots kritisierten, das Verbot sei unausgereift und außerdem nicht durchsetzbar. Die Vintners' Federation of Ireland (VFI), die etwa 6000 Kneipenwirte des Landes vertritt, findet es unfair, dass von Ihnen erwartet werde, den Beschluss umzusetzen. Kneipenbesitzer müssen in Zukunft uneinsichtige Raucher zur Ordnung rufen, wenn diese die überall an den Wänden ausgehängten "no smoking"-Schilder missachten.
Modellfall für andere EU-Länder
Andere Stimmen meinen, das Verbot sei ein neuerliches Beispiel dafür, wie sich der Staat in die privaten Belange seiner Bürger einmische. Eine Frau e-mailte dem nationalen Rundfunksender RTE am Montagmorgen, sie trage Schwarz, um "den ersten Tag der Diktatur in Irland" zu kennzeichnen.
"Mir persönlich geht das ganze zu weit", so der Raucher Shay Mahony gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zum Inkrafttreten des Verbots. "Ich meine, was ist das nächste, gesetzlich vorgeschriebene Haarschnitte?", so der passionierte Raucher, der nach eigenen Angaben seit 20 Jahren täglich 20 Zigaretten raucht. Allerdings glaube er nicht, dass sich der Besitzer seines Liebling-Pubs im Norden Dublins an das Verbot halten werde.
Dagegen gratulierte die Anti-Raucher-Vereinigung ASH der irischen Regierung. Sie sind zuversichtlich, dass dem irischen Vorbild sehr bald auch andere europäische Staaten folgen werden. In Norwegen tritt ein vergleichbares Verbot am 1. Juni 2004 in Kraft. Es steht dem irischen Gesetz nicht nach und ächtet sämtliches Rauchen in Bars, Restaurants, Clubs. Auch der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, der Ire David Byrne, sagte er begrüße eine solche Gesetzesvorlage für die gesamte EU.
Michael O'Shea, Vorsitzender der Irisch Heart Foundation, äußerte sich zuversichtlich, das Verbot könne der Beginn einer neuen Ära für die irische Gesellschaft sein, "einer Ära, in der Gesundheit Priorität gegenüber allen anderen Interessen hat."
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Zum Thema "Rauchen in der Öffentlichkeit" ist eine neue Diskussion eröffnet worden. mehr...
Das gehört zum Tagesgeschäft der EU-Bürokratie. Warum genau? Es ist ja eigentlich ganz erfrischend, wenn sich die Regierung dem von Ihnen repräsentierten Obrigkeitsglauben bisher entzogen hat. Natürlich sind da [...] mehr...
Denn dummen und auch dreisten Argumenten der Raucher und Stinker sei eines gesagt, die Europäische Kommission wird Deutschland als erstes und wohl einziges Land wegen mangelndem Nichtraucherschutz vor dem Europäischen Gerichtshof [...] mehr...
Genau das habe ich schon mehrfach getan. Und ja, es wird besser. Vor allem auch wegen der grossen Anzahl an Amerikanern, die hier bei uns stationiert sind und überhaupt nicht verstehen können, wieso man in einem Restaurant [...] mehr...
Hallo, ich dachte ein bißchen frischer Wind könnte gut tun. Fakten: 1. Viel Kneipen und Restaurants machen den meisten Gewinn über Getränke nicht übers Essen. 2. In vielen Restaurants und Kneipen mangelt es auch einfach an [...] mehr...
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