• Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.05.2005
 

Seen und Strände

Deutschlands Badegewässer sind sauberer denn je

Wer an deutschen Badestellen in Nord- und Ostsee sowie in Seen und Flüssen hüpft, springt in sauberes Wasser. Während sich in Deutschland die Badegewässerqualität sogar erhöht hat, sieht es in Gesamt-Europa etwas schlechter aus.

Strand von Matala auf Kreta: Griechenlands Küsten sind am saubersten
Zur Großansicht
GMS

Strand von Matala auf Kreta: Griechenlands Küsten sind am saubersten

Brüssel - Die Qualität der Badegewässer in Deutschland ist nach wie vor hoch: Im vergangenen Jahr erfüllten in Deutschland 98,7 Prozent aller Badegebiete an den Küsten und 95,1 Prozent der Binnengewässer die Qualitätsmindestanforderungen der EU, wie aus dem Jahresbericht der EU-Kommission hervorgeht. Die Zahlen entsprechen in etwa denen für 2003 von 97,5 und 95,4 Prozent. Der Anteil der deutschen Badegebiete, die auch die freiwilligen, aber schärferen Grenzwerte der EU erfüllten, hat sich merklich erhöht: Bei den Küstenbäder von 82,7auf 91,3 Prozent, bei den Binnengewässern von 80,4 auf 83 Prozent.

In 23 der 25 EU-Staaten wurden für fast 20.000 Badegebieten Messdaten für die mikrobiologische und chemische Verschmutzung erfasst. Danach ergab sich insgesamt für 2004 ein gemischtes Bild: Der Anteil der den EU-Vorschriften entsprechenden Meeresstrände entsprach mit 96,7 Prozent ungefähr dem des Vorjahrs (96,8). Jener der Badeplätze im Binnenland von 92,3 sank dagegen auf 89,4 Prozent.

Gemessen an den noch strengeren EU-Empfehlungen sank der Anteil am Meer von 89,3 auf 88,5 und im Binnenland von 67,9 auf 66,4 Prozent. Vor allem bei den Süßwasserzonen habe sich die schlechtere Wasserqualität in den neuen Mitgliedsländern ausgewirkt, hieß es. Hier stieg auch EU-weit der Anteil der Stellen mit Badeverbot von 4,6 auf 5,3 Prozent am stärksten an.

Griechische Strände am saubersten

Wassertemperaturen in Europa
Ort Grad Celsius
Biskaya 15-16
Algarve-Küste 19
Azoren 19
Kanarische Inseln 20
Französische Mittelmeerküste 16
Östliches Mittelmeer 20-23
Westliches Mittelmeer 18-20
Adria 17-19
Schwarzes Meer 16-19
Madeirav 19
Ägäis 19-20
Zypern 22
Antalya 22
Korfu 18
Tunis 18
Mallorca 19
Valencia 19
Biarritz 16
Rimini 18
Las Palmas 20
Quelle: Deutsche Wetterdienst (DWD)
, vom 26. Mai 2005
Am saubersten ist das Wasser an den griechischen Küsten, wo fast 100 Prozent der Testgebiete die Auflagen erfüllten. Die schlechtesten Werte fanden sich an Italiens Küsten mit einer Quote von 94,7 Prozent. Spanien kam auf fast 99 Prozent und Frankreich auf fast 96, Schweden erreichte gut 98 und Dänemark fast 97 Prozent. Bedenklicher dagegen ist die Wasserqualität in Flüssen und Seen. Am schlechtesten schnitt hierbei Belgien ab, wo nur 73 Prozent die Mindestanforderungen der Prüfer erfüllten und lediglich 40 Prozent die Sollwerte.

Auch in Italien ist die Wasserqualität der untersuchten Binnengewässer nicht zufrieden stellen. Zufrieden waren die Prüfer hier nur in rund 68 Prozent der Fälle. Sorgenfrei lässt es sich in britischen Binnengewässern baden, hier vergaben die Prüfer eine Quote von 100 Prozent. Das seenreiche Schweden kam auf gut 98 Prozent, Österreich erreichte eine Quote von fast 99 Prozent.

Von den zehn neuen Ländern reichten Zypern, Tschechien, Estland, Litauen, die Slowakei und Slowenien die erforderlichen Daten ein. Die Strände Zyperns erreichten zu 86 Prozent die Qualitätsanforderungen der EU, die Sloweniens sogar zu rund 90 Prozent. Am schlechtesten fiel das Ergebnis für Seen und Flüsse in der Slowakei aus, wo nur 22 Prozent die Qualitätsanforderungen erfüllten.

Über 30 Prozent der italienischen Binnenland-Badestellen gesperrt

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit den Testergebnissen. "Die Qualität des Wassers ist generell recht gut", sagte der griechische Kommissar. Besorgt äußerte er sich aber darüber, dass immer mehr Mitgliedstaaten dazu tendierten, verschmutzte Gewässer von der Untersuchungsliste zu streichen und dort ein unbefristetes Badeverbot zu verhängen. "Wenn ein Strand verschmutzt ist, dann muss das Baden natürlich verboten werden", sagte Dimas. "Aber das kann nur befristet sein." Die Mitgliedstaaten müssten darauf hinwirken, die Qualität des Wassers dort wieder zu verbessern.

In der Slowakei galten für 17,9 Prozent Badeverbote. In Italien waren sogar 31,5 Prozent der Süßwasser-Bademöglichkeiten für Badende gesperrt, in Litauen waren es 11,3 Prozent. Auch Belgien (8,3) und Tschechien (7,4 Prozent) fielen hinsichtlich der Badeverbote im Binnenland besonders unrühmlich auf. 12,5 Prozent der Meeresstrände entsprachen in Estland nicht den EU-Vorschriften, in Slowenien waren es 10,5 Prozent.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
alles aus der Rubrik Aktuell

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr auf SPIEGEL ONLINE







TOP



TOP