Essen - Bahnsprecher Gerd Felser bestätigte gegenüber der Essener "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" die Veränderung. Das neue Innenraumkonzept verwendet die Bahn dem Bericht zufolge beim derzeit laufenden Umbau der ersten ICE-Generation.
Bisher können Reisende in der zweiten Klasse per Kopfhörer an ihrem Platz Musik hören. In der ersten Klasse gibt es Video-Bildschirme. Diese Investitionen will sich die Bahn nun sparen. "Es besteht heute kein Bedarf mehr an den Audio- und TV-Programmen", sagte Felser der Zeitung. Viele Reisende würden mit ihrem MP3-Player Musik hören oder sich Filme auf ihrem Laptop anschauen.
Von weniger Komfort könne aber keine Rede sein, sagte der Sprecher. Felser verwies auf Steckdosen, die künftig an jedem Doppelplatz die mitgebrachte Unterhaltungselektronik mit Strom versorgen sollen.
Auch beim Sitzkomfort müssen sich Bahngäste künftig umgewöhnen: In der zweiten Klasse gibt es bald keine Fußstützen mehr, und der Sitzabstand verringere sich "de facto um etwa vier Zentimeter", sagte der Sprecher. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Kunden das gar nicht merken." Der Platz sei immer noch größer als in vergleichbaren Zügen im Ausland.
Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn sind die Änderungen "schon ein gewisser Komfortverlust, den wir aber nicht als dramatisch ansehen", erklärte ein Sprecher. Er teile die Einschätzung der Bahn, dass die meisten Reisenden das Unterhaltungsangebot nicht nutzten.
Der erste modernisierte Zug solle noch im Juli die Werkstatt verlassen.
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