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05.07.2005
 

Sicherheit

Lufthansa testet Bordkarten mit Fingerabdruck

Noch bevor auf deutschen Reisepässen und Personalausweisen Fingerabdrücke gespeichert werden, startet die Lufthansa ein Projekt zur Kontrolle per Fingerabdruck. Die Airline will auf diese Weise die Sicherheit an Bord erhöhen.

Archiv: Lufthansapläne: Fingerabdruck beim Einchecken
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AP

Archiv: Lufthansapläne: Fingerabdruck beim Einchecken

Frankfurt am Main/Berlin - Wer eincheckt, gibt am Schalter seinen Fingerabdruck ab, beim Gang an Bord wird dieser automatisch mit dem auf der Bordkarte verglichen. So will die Lufthansa verhindern, dass Reisende, die nicht auf der Passagierliste stehen, mitfliegen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft dem Berliner "Tagesspiegel".

Seit Montag teste die Lufthansa solche Bordkarten in einem Laborversuch. "Möglichst noch 2006" sollen die Bordkarten der Lufthansa durch einen Fingerabdruck personalisiert werden, sagte der Sprecher.

Das einmalige Speichern der Fingerabdrücke ist nur ein Teil des Lufthansa-Projekts, wie die Zeitung berichtete. Daneben werde es für Vielflieger eine Karte mit eingescanntem Fingerabdruck geben. Deren Daten würden in einer Datei gespeichert und beim Einchecken direkt auf die Bordkarte des Vielfliegers übertragen. Eine zügige Abfertigung werde nur den Inhabern solcher biometrischer Bordkarten versprochen. Das Projekt ziele auch auf eine weniger kosten- und zeitaufwendige Kontrolle der Passagiere.

Die Grünen beurteilten das Lufthansa-Projekt kritisch. "Jeder kann 'Happy Digits' machen", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Silke Stokar, "aber die Gefahr wird immer größer, dass die biometrischen Daten missbraucht werden".

Der Vorsitzende der deutschen Datenschutzkonferenz, Thilo Weichert, sieht in den Bordkarten dagegen kein großes Problem, sofern die Daten sofort wieder gelöscht würden. Schwieriger sei die Erfassung der Daten in einer zentralen Datei, sagte er. "Das Problem bei diesen Verfahren ist, dass die Menschen ihre Daten zur Verfügung stellen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was damit passieren kann."

In Deutschland werden vom 1. November an Reisepässe mit so genannten biometrischen Merkmalen des jeweiligen Inhabers ausgegeben. Zunächst befindet sich auf dem Chip, der in den Pass integriert ist, nur ein digitales Foto. Von März 2007 an sollen auch zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Dadurch sollen Pässe fälschungssicherer werden und Verdächtige leichter identifizierbar.

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