Frankfurt/Main - Vom 1. April an hängen die Gebühren für Übergepäck auf Flügen der Lufthansa vom Flugziel ab. Bislang wurden die zusätzlichen Kosten anhand des Ticketpreises ermittelt, wenn das Freigewicht der aufgegebenen Koffer überschritten wurde. "Im Durchschnitt bleiben die Gebühren gleich", sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow zu SPIEGEL ONLINE, in Einzelfällen werde ein Passagier mehr, aber auch mal weniger bezahlen müssen.
Für die neue Berechnung wurde das Streckennetz in fünf Zonen aufgeteilt. In Zone eins auf Flügen innerhalb Deutschlands, nach Italien und Großbritannien zahlen die Passagiere fünf Euro pro Kilogramm für ihre zu voll gepackten Koffer. "Bisher kostete ein Kilo Übergepäck auf der Strecke Hamburg - London acht Euro", sagte Jachnow. Innerhalb Europas - in Zone zwei - kostet ein Kilo Übergepäck den Angaben zufolge zehn Euro. In Zone drei, die bis in den Mittleren Osten reicht, werden 20 Euro pro Kilogramm Übergepäck fällig.
Zone vier umfasst Flüge nach Südamerika, Afrika und Asien - hier kostet das Kilo zu viel im Gepäck 30 Euro. Für die Strecke Hamburg - Singapur hat der Lufthansa-Sprecher ebenfalls eine Preissenkung im Vergleich zum bis Ende des Monats geltenden Tarif berechnet: Bisher musste pro Kilo 40 Euro bezahlt werden. Bei Flügen zu den übrigen Flugzielen der Lufthansa - also in Zone fünf - werden 40 Euro pro Kilogramm berechnet. Die Preise gelten bis maximal 100 Kilo Gepäck. Bei noch schwereren Gepäckstücken erhöhen sich die Kosten jeweils um die Hälfte.
Stückkosten bei Flügen nach Amerika
Ausnahme sind Flüge in die USA, nach Kanada und nach Mexiko: Hier wird ein Fixbetrag für zu schwere Gepäckstücke berechnet, der vom Abflugs- und Zielort abhängt. So kostet zum Beispiel ein zu schwerer Koffer zwischen Deutschland und San Francisco 110 Euro. Ursache für die Sonderregelung seien Auflagen der amerikanischen Behörden, sagt ein Lufthansa-Sprecher.
Eine zweite Ausnahme besteht dann, wenn die Abfertigung der Lufthansa-Passagiere von anderen Fluggesellschaften übernommen wird. Das Übergepäck wird dann wie bisher nach den Regeln der International Air Transport Association (IATA) berechnet. Danach zahlen Fluggäste pro Kilo Übergepäck 1,5 Prozent des höchsten One-Way-Tarifs in der Economy Class des jeweiligen Fluges.
abl/gms
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