Berlin - Ob zum "Public Viewing", Stadion oder privaten Sit-in - die deutschen Fußball-Fans nehmen lieber die Bahn. Die Deutsche Bahn verzeichnet in den Nah- und Fernverkehrszügen seit dem Beginn der WM täglich rund 600.000 Fahrgäste mehr, wie das Unternehmen heute in Berlin mitteilte. Das seien 15 Prozent mehr Fahrgäste als erwartet, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn heute.
Pro Tag hätten 5,5 Millionen Fahrgäste die Bahn genutzt. Um dem hohen Passagieraufkommen gerecht werden zu können, setzt die Bahn während der WM bundesweit 10.000 zusätzliche Züge im Regional- und 300 Züge im Fernverkehr ein. "Wir haben alles aus der Garage geholt, was Räder hat", sagte Mehdorn. Den Anstieg führte er auch auf den großen Zuspruch der öffentlichen WM-Übertragungen zurück, dies sei "eine völlig neue Herausforderung".
Der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, Karl-Friedrich Rausch, bezeichnete die Auslastung der Züge als "sehr gut". Viele Fans nutzten für den Weg in die Stadien den öffentlichen Personennahverkehr. In München seien dies am vergangenen Wochenende 60 bis 70 Prozent gewesen, in Nürnberg 75 Prozent und in Berlin 90 Prozent.
Züge warten auf die Fans
Rausch hob hervor, dass kein Stadion-Besucher ein Spiel wegen der Bahn verpasst habe. Bei Verlängerungen oder Elfmeter-Schießen würden die Züge außerdem nicht nach Fahrplan abfahren, sondern auf das Spielende warten. "Kein Fan bleibt unseretwegen alleine im Stadion zurück", sagte Rausch.
Unmittelbar aus dem WM-Engagement erwartet der Konzern - einer der nationalen Sponsoren - schwarze Zahlen. Langfristig sollen deutlich mehr Fahrgäste gewonnen werden. Bei den WM-Angeboten habe man Verkaufszahlen erreicht, die über den Erwartungen gelegen hätten. So seien rund 10.000 WM-Pässe verkauft worden, 56.000 WM-Bahntickets und 40.000 Surf&Rail-Tickets. Die WM-Bahncard habe 400.000 Käufer gefunden, von denen 80 Prozent vorher keine Bahncard besessen hätten.
abl/ddp/dpa
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