Mittwoch, 10. Februar 2010

Reise



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27.06.2006
 

Neuer Test

Europas Fähren werden sicherer

Gute Nachrichten für Urlauber und Lkw-Fahrer: Laut dem neuen ADAC-Fährentest fahren mehr als die Hälfte der untersuchten Passagierschiffe auf hohem Sicherheitsniveau. Nur eine italienische Fähre rasselte durch die Prüfung. Dennoch gibt es deutliche Sicherheitslücken.

Hamburg – Immer mehr europäische Urlauber nutzen Passagierschiffe. Laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) buchten im vergangenen Jahr allein in Deutschland 8,5 Millionen Menschen eine Überfahrt auf einer der 700 europäischen Fährverbindungen. Nach mehreren verheerenden Fährunglücken in den vergangenen Jahren ist die Sicherheit auf den Schiffen immer stärker in den Fokus gerückt. So kenterte etwa im September 2000 die "Express Samina" nur drei Kilometer vom griechischen Hafen Paros entfernt im Meer, 80 Menschen kamen ums Leben.

In seinem jährlichen Fährentest nimmt der ADAC seit zehn Jahren jeweils 20 bis 30 Passagierschiffe unter die Lupe. In seiner aktuellen Überprüfung vergab der Club jetzt fünf Mal die Note "sehr gut" und 13 Mal ein "gut". "Die Zeit der schlimmsten Seelenverkäufer läuft langsam ab", kommentierte der ADAC-Vizepräsident für Tourismus, Max Stich, das Ergebnis. Auch Tester Jens-Peter Hoffmann, ein ehemaliger Kapitän, zog ein positives Fazit: "Die ganz schlimmen schwarzen Schafe von einst gibt es nicht mehr, die Fahrt auf einer Fähre ist definitiv sicherer geworden." Ende der 1990er Jahre waren noch regelmäßig ein Drittel der Schiffe durch den Test gefallen.

Das passierte dieses Mal als einzigem von 30 getesteten Schiffen nur der zwischen Neapel und Milazzo auf Sizilien verkehrenden Fähre "Sansovino" der italienischen Reederei Siremar: Sie bekam ein "mangelhaft". Technischer Zustand und Sicherheitsbewusstsein der Mannschaft auf dem 17 Jahre alten Schiff seien Besorgnis erregend, meldeten die Tester. Schwimmwesten und Feuerlöscheinrichtungen waren demzufolge verrottet, Notausgänge zugesperrt und die Reling an Deck durchgerostet. Trotz dieses "traurigen Ausreißers" habe sich die Sicherheit von Passagierschiffen in Europa aber zum Positiven entwickelt, sagte Stich.

Fähren im Test: Sichere und weniger sichere Routen
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ADAC

Fähren im Test: Sichere und weniger sichere Routen

Der diesjährige Testsieger "Olympic Champion" der griechischen Anek Lines, der zwischen Ancona in Italien und Patras in Griechenland verkehrt, bekam sogar in allen Kategorien Bestnoten. Nicht nur die moderne technische Ausstattung, sondern auch die "souveräne und verantwortungsbewusste Crew" überzeugten die Prüfer.

Als Wermutstropfen hielten die Tester allerdings fest, dass neun Reedereien sich der Überprüfung verweigerten. In diesen Fällen sei kein Gespräch mit dem Kapitän zu Stande gekommen und kein Blick in die Schiffspapiere gewährt worden. Dies sei umso erstaunlicher, als es sich bei sieben der Verweigerer um Fähren im Ärmelkanal gehandelt habe, die alle den Test bestanden hätten.

Zudem wiesen die Prüfer auf ein Nord-Süd-Gefälle hin: In den vergangenen Jahren sei immer wieder aufgefallen, dass Fähren in der Ost- und Nordsee im Schnitt sicherer seien als jene im Mittelmeer. Ein Grund dafür könne sein, dass viele im Norden ausgemusterte Schiffe in den Süden weiterverkauft würden.

har/dpa

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