Montag, 23. November 2009

Reise



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05.11.2006
 

Flugsicherheit

Schärfere Kontrollen, längere Warteschlangen

Ab Montag werden die Wartenschlangen an deutschen Flughäfen vermutlich noch länger: Dann gelten neue Sicherheitregeln. Nach Informationen des SPIEGEL ist es bisher offenbar kein Problem, Waffen an Bord einer Maschine zu schmuggeln.

Hamburg - Bei den so genannten "Realtests" versuchen Beamte der Bundespolizei in zivil, Waffen durch die Sicherheitskontrolle zu schleusen. Die Ergebnisse werden zumeist unter Verschluss gehalten. Der SPIEGEL berichtet, in einem Quartal diesen Jahres seien von 123 Schmuggelversuchen 45 erfolgreich gewesen. Pistolen oder Messer hätten also an Bord eines Flugzeugs gebracht werden können.

Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen: Die Mitarbeiter stehen unter Druck
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DDP

Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen: Die Mitarbeiter stehen unter Druck

Auch in den vergangenen Jahren seien die Tests ähnlich ausgefallen. Josef Scheuring von der Gewerkschaft der Polizei sprach von einer katastrophalen Lage in der Luftsicherheit. Dies habe auch mit den Arbeitsbedingungen der Kontrolleure und dem Druck der Warteschlangen vor der Abfertigung zu tun: "Wenn man für diese Aufgabe motivierte Leute will, darf man sie nicht so erbärmlich bezahlen." So liegt der Stundenlohn für neue Mitarbeiter der Sicherheitsfirma FIS, die unter anderem am Frankfurter Flughafen kontrolliert, bei 7,66 Euro. Scheuring nennt das "modernes Sklaventum".

Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirmen stehen unter Druck: Sie sollen alle verbotenen Gestände im Handgepäck oder am Körper der Passagiere aufspüren, aber die Schlagen vor den Kontrollstellen sollen nicht zu lang werden.

100 Milliliter in der Plastiktüte

Das Problem mit den Warteschlangen könnte ab morgen noch größer werden: Dann gelten neue Regeln für das Handgepäck, die Kontrollen werden auf Flüssigkeiten ausgedehnt. Um Anschläge zu verhindern, dürfen in der Europäischen Union nur noch 100 Milliliter in die Kabine mitgenommen werden. Alle Parfümflaschen, Zahnpastatuben und andere Flüssigkeitsbehälter müssen zusammen in die durchsichtige Plastiktüte mit einem Volumen von einem Liter passen.

Bei der Sicherheitskontrolle müssen Passagiere den Beutel mit Flüssigkeiten künftig aus dem Handgepäck nehmen und wie ihren Laptop und ihren Mantel extra durchleuchten lassen. Unter Flüssigkeiten verstehen die Sicherheitsbehörden auch weiche Substanzen wie Dusch- oder Haargel, Rasierschaum, Sprays oder Sonnencreme.

Um die neuen Vorschriften umzusetzen, wird zusätzliches Personal eingesetzt, in Frankfurt etwa 100 Mitarbeiter. Sicherheitsexperten warnen dennoch vor einem Stau an den Kontrollstellen gewarnt. Sie raten Passagieren, Flüssigkeiten möglichst in einem Gepäckstück zu verstauen, dass sie aufgeben und nicht mit in die Kabine nehmen. Die neuen Regeln betreffen nämlich nur das Handgepäck, auf das der Passagier während des Fluges Zugriff hat.

Was die neuen Regeln für die Gründlichkeit der Kontrollen bedeutet, werden die neuen Realtests der Bundespolizei zeigen. Die Aufgabe, vor der die Sicherheitsmitarbeiter stehen, wird auf jeden Fall ab morgen noch größer: Sie müssen nicht nur Pistolen, Messer und Sprengstoff aufspüren, sondern auch 125 Milliliter große Rasierwasser-Flakons.

sac/Reuters

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