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18.01.2007
 

Leicht zu manipulieren

Auf Hotelbewertungs-Portale ist kein Verlass

Erst die Hotelkritik im Internet lesen, dann beruhigt buchen. Beruhigt? Bewertungsportale im Netz halten kaum, was sie versprechen. Stiftung Warentest hält von acht getesteten Webseiten nur eine für "brauchbar".

Berlin - Manche Hotelbewertungs-Portale im Internet fallen nach Angaben der Stiftung Warentest leicht auf Manipulationen herein. Zu diesem Fazit kamen die Tester, nachdem sie acht Portale unter die Lupe genommen hatten. Eine von den Experten gefälschte und "völlig überzogene" Bewertung eines mittelmäßigen Hotels auf Mallorca sei von sechs Portalen einfach übernommen worden, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift "test". Bemerkt worden sei die übertriebene "Lobhudelei" nur von "holidaycheck.de" und "hotelkritiken.de". Auf den Bewertungs-Webseiten können sich Urlauber über Hotels äußern, dabei Tipps geben und ihre Kritik vortragen.

Noten gab es für die acht getesteten Portale nicht. Allerdings halten die Warentester nur eine für "wirklich brauchbar", und zwar die in der Schweiz produzierte Seite "holidaycheck.de". Dort sei nicht nur der Schwindel aufgefallen, sondern auch ein zweiter Test am besten verlaufen: Die Experten suchten nach Beurteilungen für zehn beliebte Hotels in Deutschland, Spanien, der Türkei und der Dominikanischen Republik. Als einziges Portal habe "holidaycheck.de" zu allen zehn Häusern Beurteilungen abrufbar gehabt, insgesamt 976. Andere Portale kannten nur zwei bis vier der gesuchten zehn Häuser.

Zweifel am Nutzen vieler Bewertungsseiten

Grundsätzlich seien die Bewertungsportale eine gute Gelegenheit, etwas über in Frage kommende Urlaubsdomizile zu erfahren: Die Bilder und Kommentare anderer Reisender böten einen besseren Eindruck von dem Haus als nur die Katalogbeschreibung. Auf die Kataloge der Veranstalter könne sich der Verbraucher "oft nicht verlassen". Die Anfälligkeit für Manipulationen lasse aber "am Nutzen der meisten Bewertungsseiten Zweifel aufkommen", urteilen die Tester - und das, obwohl die Anbieter der Portale bis auf eine Ausnahme alle beteuerten, ihre Einträge genau zu überprüfen.

Bereits im Sommer 2006 war ein Test der in Hamburg erscheinenden Reisezeitschrift "Geo Saison" zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie die Stiftung Warentest. Damals waren die erfundenen und an die Portale geschickten Schönfärbereien fast überall veröffentlicht worden.

ffa/abl/gms

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