Von Stephan Orth
"Die Stadt ist die Hauptstadt des Bundesstaates Sachsen, ist also voller Sachsen. Die werden oft als mürrisch, humorlos und farblos beschrieben. Das ist hart, stimmt aber. Ihr Charakter reflektiert ihre Ernährung: Trostlos, aber man kann davon leben. Eine traditionelle Mahlzeit besteht entweder aus Würstchen mit Kohl, Würstchen in Brot, Würstchen mit Kartoffeln, oder Würstchen und Eiscreme. Und das ist erst das Frühstück.
Man sagt, Engländer seien zu freundlich, um ehrlich zu sein, Deutsche dagegen zu ehrlich, um freundlich zu sein. Dresden beweist das.
Die Kassiererinnen im Supermarkt wurden anscheinend von früheren Mitgliedern der Stasi ausgebildet. Sie wollen, dass Ihr Einkauf verpackt wird? Machen Sie's selber. Und bezahlen Sie 20 Cent für die Tüte, Sie Umweltverbrecher. Lächeln? Nein danke, das ist unprofessionell. Tadelndes Stirnrunzeln ist hier eine Kunstform. Wo immer Sie hingehen in Dresden, bereiten Sie sich auf missbilligende Blicke vor. Schließlich sind Sie ein Ausländer, ein Fremder. Selbst wenn Sie perfekt Deutsch sprechen, wird Ihr Akzent Sie verraten."
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