Berlin - Falls die Deutsche Bahn Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) über einen eigenen Tarifvertrag für rund 30.000 Lokführer und Zugbegleiter weiter ablehne, solle es noch in der ersten Juliwoche einen Arbeitskampf geben, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell heute in Berlin. Die Friedenspflicht endet am 30. Juni.
Bereits im März hat die Gewerkschaft dem Konzern ihre Forderungen zukommen lassen. Die GDL fordert in dem eigenen so genannten Fahrpersonaltarifvertrag Anfangsentgelte für Lokführer von monatlich 2500 Euro brutto. Derzeit verdienten diese lediglich zwischen 1970 und 2142 Euro. Zugbegleiter sollten monatlich mindestens 2180 Euro erhalten. Bislang liege die Bezahlung hier zwischen 1775 und 1884 Euro.
Die Forderung begründete Schell damit, dass die Bezahlung bislang "völlig unangemessen" sei. Seit der Bahnreform 1994 hätten sich die Lokomotivführer und Zugbegleiter bei den Einkommensforderungen in Zurückhaltung geübt. Den Reallohnverlust seit 1994 bezifferte Schell auf rund zehn Prozent.
sto/ddp
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