Berlin – In ICE-Zügen bleiben Radfahrer vorerst unerwünscht. "Es sprechen gewichtige Gründe für das derzeitige System", sagte heute ein Bahnsprecher und wies damit einen Vorstoß von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zurück. Der Minister will bundesweit den Fahrradverkehr fördern und forderte deshalb, die Radmitnahme im ICE zu ermöglichen.
ICE-Zug bei der Premierenfahrt der neuen Paris-Strecke: Fahrräder nicht erwünscht
Auf den meisten Fernstrecken hätten Fahrgäste ohnehin schon die Möglichkeit, ihre Räder in den InterCity-, EuroCity- und Nachtzügen gegen Gebühr zu transportieren, sagte Stauß. Die Bahn habe im vergangenen Jahr etwa 1,5 Millionen Räder transportiert, den Transport im Nahverkehr noch nicht mitgezählt. Fahrräder könnten auch mit der Bahn verschickt werden. Zudem bedeute es den ständigen Verlust von Sitzplätzen, wenn Platz für Räder geschaffen werde. Eine entsprechende Umrüstung aller rund 250 ICE-Züge würde laut Stauß Kosten in zweistelliger Millionenhöhe bedeuten.
Unterstützung bekam Tiefensee dagegen vom Fahrgastverband Pro Bahn. "Das ist eine gute Idee. Vor allem in ICE-Neigezügen ist eine Mitnahme von Fahrrädern grundsätzlich möglich, weil es dort großräumige Abteile gibt", sagte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Karl-Peter Nauman der "Berliner Zeitung". Man müsse dafür nur Fahrradhalterungen anbringen. Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Michael Cramer, befürwortet Tiefensees Idee: "Wir sind seit langem dafür."
sto/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Reise | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Aktuell | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH