Venedig – Die Abendsonne scheint auf die Wände von Markusdom und Campanile, im Vordergrund hebt eine Gruppe Tauben ab – wenn es nach Venedigs Bürgermeister Massimo Cacciari geht, könnte dieses typische Touristenfoto bald der Vergangenheit angehören. Cacciari ordnete an, dass zunächst die Verkäufer von Taubenfutter verschwinden sollen.
Außerdem werde bei Hochzeiten zukünftig die traditionelle Sitte verboten, Brautpaare nach dem Verlassen der Kirche mit Reiskörnern zu bewerfen, da diese die unliebsamen Vögel zusätzlich anlocken. Der Bürgermeister kündigte in der römischen Zeitung "La Repubblica" einen "totalen Krieg den Tauben" an.
"Es gibt keine andere Wahl, die Körner müssen verboten werden", sagte Cacciari. Schließlich gefährdet der Taubendreck die Substanz der weltberühmten architektonischen Denkmäler und schädigt den Marmorboden des Platzes. Noch gibt es jedoch Hoffnung für die Tauben, die für viele Besucher genauso zum Stadtbild gehören wie Gondeln und San Marco: Denn bislang waren sämtliche Versuche, den Platz vogelfrei zu machen, vergeblich: Ob harte Strafen fürs Füttern angedroht wurden oder über Fangnetze und Verhütungsmittel im Futter diskutiert wurde – nichts konnte die Taubeninvasion eindämmen.
sto/dpa
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