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22.10.2007
 

Auszeichnung

Berlin hat kundenfreundlichsten Bahnhof Deutschlands

Berlins neuer Hauptbahnhof ist zum "Bahnhof des Jahres" gekürt worden. Seine Eröffnung im vergangenen Jahr war von Pech und Pannen begleitet. Jetzt lobt die Jury des Bündnisses Allianz pro Schiene die offene Bauweise, Sauberkeit und das Servicepersonal.

Berlin – Der kundenfreundlichste Großstadtbahnhof Deutschlands ist nach dem Urteil der Allianz pro Schiene der Berliner Hauptbahnhof. Heute hat das Bündnis aus Bahn, Gewerkschaften und Kundenverbänden die Haupstadtstation zum "Bahnhof des Jahres 2007" Deutschlands gekürt. Das Bauwerk sei "Symbol für die Zukunft des Verkehrsträgers Bahn" und "Teil dieser lebendigen und aufregenden Stadt", sagte Jury-Mitglied Monika Ganseforth vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) bei der Übergabe der Siegertafel in Berlin. Unter den nominierten deutschen Bahnhöfen hatte der Hauptbahnhof die besten Noten erhalten.

Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs (Mai 2006): Ausgezeichneter Bahnhof
REUTERS

Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs (Mai 2006): Ausgezeichneter Bahnhof

Die Jury lobte insbesondere das Servicepersonal, das vielfältige Angebot an Geschäften, Gastronomie und Kultur sowie die "angenehmen Licht- und Akustikverhältnisse durch die offene Bauweise mit viel Glas". Auch die auffallende Sauberkeit trage zur hohen Aufenthaltsqualität des Bahnhofes bei. Zum kundenfreundlichsten Kleinstadtbahnhof wurde der Bahnhof in Landsberg am Lech gekürt.

Der Preis wird seit 2004 alljährlich von der Allianz pro Schiene ausgelobt, in der neben der Bahn selbst und ihren drei Gewerkschaften auch die Kundenverbände VCD, Pro Bahn und Bahnkundenverband vertreten sind. Er soll den Betreiber ebenso wie die Beschäftigten anspornen, die Bahnhöfe möglichst servicefreundlich und sauber zu gestalten.

Auftakt mit Skandalen

Der eine Milliarde Euro teure Berliner Hauptbahnhof war erst im Mai 2006 nach elfjähriger Bauzeit eröffnet worden. Seine Einweihung war von mehreren Skandalen begleitet: Direkt am Abend des Eröffnungstages verletzte ein damals 16-jähriger Amokläufer mit einem Messer 36 Menschen, davon vier schwer. Der Architekt des Bauwerks, Meinhard von Gerkan, zog gegen die Bahn vor Gericht und klagte gegen Konstruktionsänderungen ohne seine Zustimmung. Im vergangenen November gewann er von dem Berliner Landgericht. Der Bahnhof muss nun rückgebaut werden – für 40 Millionen Euro.

Im Januar setzten dem Hauptbahnhof Winterstürme derartig zu, dass der obere Teil stundenlang gesperrt werden musste. Der Orkan "Kyrill" hatte einen tonnenschweren Träger aus der Südwestfassade gerissen, der aus 40 Meter Höhe auf die Steintreppe neben dem Haupteingang fiel. Verletzt wurde dabei niemand. Rund hundert Stahlträger mussten nachträglich gesichert werden.

abl/dpa/AP

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