Beziehungspendler im Streik: "Langsam platzt mir der Kragen"

Von Stephan Orth

3. Teil: Malika Doua, Marketing-Angestellte: "Keine erkennbare Linie"

Auch wenn Mitfahrgelegenheiten eine Alternative sind - die Straßen werden voll sein, die Plätze sind begehrt, und nicht für jede Verbindung gibt es genug Angebote. Das fand Malika Doua aus Bonn auf der Suche nach Alternativen heraus - sie wohnt etwa 400 Kilometer von ihrem Freund entfernt:

"Vor acht Wochen bin ich wegen eines neuen Jobs nach Bonn gezogen, mein Freund wohnt weiterhin in Erlangen. Bisher ist er einige Male mit dem Auto gekommen, doch dieses Wochenende wäre ich mal dran mit Fahren. Weil ich nächstes Wochenende beruflich nach Berlin muss, hätte ich ihn schon sehr gern jetzt gesehen - wenn ich heute keinen Zug kriege, werden das deshalb insgesamt vier Wochen ohne ihn.

Malika Doua: "Das Hin und Her nervt"
Malika Doua

Malika Doua: "Das Hin und Her nervt"

Am Freitagabend nach einem langen Arbeitstag noch mit dem Auto zu fahren, macht ganz bestimmt keinen Spaß – gerade die A3 wird bestimmt extrem voll sein. Nach einer Mitfahrgelegenheit habe ich trotzdem noch geschaut, aber da war auf der Strecke leider keine dabei.

Generell habe ich ja Verständnis für den Arbeitskampf, von mir aus könnten die auch zwei Wochen am Stück streiken, dann könnte ich mich wenigstens darauf einstellen. Aber dieses Hin und Her ohne erkennbare Linie nervt, weil man nichts planen kann. Außerdem bereue ich langsam, mir eine teure Bahncard 50 gekauft zu haben."

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 176 Beiträge
Wins 08.11.2007
In Japan 2003 hatten wir uns im Studium kennengelernt. Meine Freundin kam aus Neuseeland (kommt aber aus Hongkong) und ich aus Deutschland zum Studium nach Japan fuer ein ganzes Jahr. 2004 mussten wir dann zurueck in unsere [...]
In Japan 2003 hatten wir uns im Studium kennengelernt. Meine Freundin kam aus Neuseeland (kommt aber aus Hongkong) und ich aus Deutschland zum Studium nach Japan fuer ein ganzes Jahr. 2004 mussten wir dann zurueck in unsere Laender und dies bedeutete fuer uns 23500 km voneinander entfernt. In den Semesterferien haben wir uns dann immer besucht. Eine Reise dauerte mehr als 50 Stunden. Alles Geld haben wir in die Fluege gesteckt und dann einfach die Zeit zusammen genossen. Die Beziehung war auch einmal gebrochen aber nur fuer wenige Wochen. Sonst haben wir uns der Zeitverschiebung angepasst und viel vor der Webcam gesessen. 2005 hatten wir beide unser Studium beendet. Meine Freundin ging zurueck nach Hongkong und ich bin direkt nach Hongkong gefolgt. Einfach in den Flieger gesetzt und in HK auf Jobsuche gegangen. Die Suche war auch erfolgreich und nun wohnen wir endlich zusammen in Hongkong. Dies war die kurze Version :) Also wenn die Liebe stark genug ist, dann kann auch diese nicht durch Welten getrennt werden.
thomas21de 08.11.2007
Hi, ich selber habe eine Fernbeziehung seit fast sieben Jahren. Damals hatte ich nach meinem Abitur den Schritt unternommen ein Jahr ins Ausland zu gehen. Das war 2001, kurz vor dem 11 September entschied ich mich fuer ein Jahr [...]
Hi, ich selber habe eine Fernbeziehung seit fast sieben Jahren. Damals hatte ich nach meinem Abitur den Schritt unternommen ein Jahr ins Ausland zu gehen. Das war 2001, kurz vor dem 11 September entschied ich mich fuer ein Jahr als Au pair in die USA gehen zu wollen. Ich lernte damals meine Nachbarin kennen, bei der sich spaeter herausstellte, das es meine Freundin werden wuerde. Alles lief super, bis irgendwann mein Jahr vorueber war und ich meine Koffer packen musste. Der Abschied war sehr schwer, aber wir hatten uns entschieden es zu versuchen laenger zusammen zu bleiben. Ich selber fing mein Studium an. Dank der "Semesterferien" war ich im Stande jedesmal in die USA zu fliegen (Denver). Natuerlich hatte das zur Folge, das ich zum Ende der Semesterferien meinen Flug um weitere zwei bis drei Wochen nach hinten verschieben mussste um etwas laenger mit meiner Freund sein zu koennen. Meine Freunde in Deutschland konnten mir aber jedesmal aushelfen, indem ich ihre Notizen kopieren konnte. Zwar wurde es immer stressig die ersten Tage in der Uni, weil alles nachgearbeitet werden musste, aber irgendwann hatte man sich daran gewoehnt :). Jetzt bin ich wieder in Denver, diesmal aber nicht fuer zwei-drei Monate, sondern sage und schreibe 8 Monate als Student :):). Mein Tipp noch an alle, hoert nicht auf eure Freunde wenn die sagen : Das klappt sowieso nicht !.....:) So, jetzt muss ich schlafen gehen, jute nacht :), oder guten morgen Deutschland.
zoddy 08.11.2007
Ich lebe jetzt seit etwa einem Jahr mit meiner Freundin, die einst 680km entfernt wohnte, glücklich zusammen. Ich bin über ein Jahr lang jedes Wochenende zu ihr gefahren. Diese Zeit war sehr schön, aber zugleich auch ungemein [...]
Ich lebe jetzt seit etwa einem Jahr mit meiner Freundin, die einst 680km entfernt wohnte, glücklich zusammen. Ich bin über ein Jahr lang jedes Wochenende zu ihr gefahren. Diese Zeit war sehr schön, aber zugleich auch ungemein belastend. Man hat plötzlich keine Zeit mehr, am Wochenende den gewohnten Tätigkeiten nachzugehen, die Freunde stehen hinten an. Man richtet sein Leben so aufs Wochenende aus, dass man schon am Montag wieder an den Freitag denkt. Es ist alles andere als einfach, eine Fernbeziehung zu führen. Natürlich bietet es auch Vorteile. Unter der Woche führt man ein absolut normales Leben. Das Leben selbst hat sich unter der Woche nicht geändert, bis zum Tag der Abreise. Ich habe die Strecken mit dem Auto zurückgelegt und innerhalb eines Jahres gut zwei Sätze Reifen gebraucht, von den Spritkosten will ich gar nicht erst anfangen. An die 100000 Kilometer fordern eben ihren Tribut... Ich würde mich nicht mehr freiwillig in die Situation begeben, da der Abschied am Sonntag und die Teils endlosen Arbeitswochen doch sehr auf das Gemüt gedrückt haben. Wir sind beide begeisterte Anhänger des Online-RPGs World of Warcraft, über selbiges haben wir uns kennen gelernt. Ich kannte sie bereits mehrere Monate übers Internet, bevor wir uns überhaupt getroffen haben. Der einzige Vorteil, den ich der Fernbeziehung abgewinnen konnte, ist, dass die Beziehung durch die nur kurzen gemeinsamen Zeiten immer so bleibt, wie eine Beziehung in den ersten vier Wochen. Das ist sehr schön, dennoch sollte sich kein Paar dazu entscheiden, zusammenzuziehen, bevor man sich nicht mindestens einen Monat "Life" erlebt hat. Sowas könnte böse enden. Wichtig für Personen in dieser Lage finde ich auf jeden Fall, dass man sich ein Ziel setzt. Das Ziel Zusammenziehen. Auf Dauer brauchen beide etwas, woran sie sich in den harten Stunden der Einsamkeit festhalten können. Und ganz ehrlich, eine dauerhafte Fernbeziehung sägt sehr an den Nerven und ich glaube nicht, dass wir heute noch zusammen wären, wenn wir nicht zusammengezogen wären. Ich wünsche allen, die ähnliches durchmachen, viel Erfolg und ein Happy End. Grüße Zoddy
torgum 08.11.2007
ne Menge hält man aus... ob's schön ist, ist die andere Frage. Wir hatten 3 Jahre mit ca. 600 km. Das war hart (und teuer), aber es hat uns stark gemacht. Ich gönne es aber niemandem. Es ist nicht schön und macht viel durch. Es [...]
ne Menge hält man aus... ob's schön ist, ist die andere Frage. Wir hatten 3 Jahre mit ca. 600 km. Das war hart (und teuer), aber es hat uns stark gemacht. Ich gönne es aber niemandem. Es ist nicht schön und macht viel durch. Es sind mehr Tränen, als das in einer Beziehung sein muss.
Padderie 08.11.2007
aus eigener Erfahrung: so einiges ;-)
aus eigener Erfahrung: so einiges ;-)
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
alles aus der Rubrik Aktuell

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


  • Datum: Freitag 16.11.2007 | 11:11 Uhr
  • Artikel drucken
  • Artikel versenden
  • Feedback
Mehr auf SPIEGEL ONLINE
TOP



TOP