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02.02.2008
 

Ver.di-Warnstreik in Berlin

"Alles steht"

U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen blieben in den Depots: Der Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di führte auch heute zu schweren Behinderungen im Berliner Nahverkehr. Die Arbeitgeber kritisieren den Ausstand - und lehnen es ab, ihr Angebot nachzubessern.

Berlin - Ein Ver.di-Sprecher sagte am Morgen: "Alles steht". Den ganzen Tag über sei mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Der in der Nacht zum Freitag begonnene Streik ging um 15 Uhr zu Ende. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.

Streikposten vor Bus-Depot (am Freitag): Bahn muss Streikfolgen abpuffern
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AP

Streikposten vor Bus-Depot (am Freitag): Bahn muss Streikfolgen abpuffern

Nach Streikende werde es voraussichtlich noch mehrere Stunden dauern, bis sich der Betrieb vollständig normalisiere, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Vor allem auf den U-Bahn-Linien müssten die Züge erst nach und nach wieder in den Fahrplan-Takt eingepasst werden. "Es wird funktionieren, aber das wird seine Zeit dauern", sagte er.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach Gehaltserhöhungen von acht bis zwölf Prozent für die rund 11.500 BVG- Beschäftigten Nachdruck verleihen. BVG-Chef Andreas Sturmowski kritisierte den Streik als "absolut nicht verhältnismäßig".

Arbeitgeber: "Spielräume sehr gering"

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte in dem Tarifkonflikt Härte angekündigt. Die Arbeitgeberseite hat eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie Einkommenserhöhungen von sechs Prozent bis 2010 für Beschäftigte vorgeschlagen, die seit 2005 eingestellt wurden und weniger als die Altbeschäftigten verdienen.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin kritisierte den Warnstreik. Die Verhandlungsführerin für die Tarifgespräche, Claudia Pfeiffer, sagte im rbb-Inforadio es sei unverständlich, dass die von Arbeitgeberseite angebotenen sechs Prozent von der Gewerkschaft abgelehnt wurden. Mit dem Angebot habe man schon das ausgeschöpft, was im Moment denkbar sei. "Die BVG ist ein öffentlicher Betrieb und die Spielräume sind hier sehr gering."

Bereits am Freitag waren viele Berliner wegen des Streiks zu spät zur Arbeit gekommen. Zahlreiche Schüler erschienen zudem nicht rechtzeitig zur Vergabe ihrer Halbjahreszeugnisse. Ein Verkehrschaos blieb aber aus, da viele Berliner in S-Bahnen umstiegen. Bis zum Ende der Arbeitsniederlegungen setzt die Bahn nach eigenen Angaben zusätzliche und längere S-Bahnen ein, um den Fahrgastansturm zu bewältigen.

itz/dpa/AP/ddp

Hinweis: In der ursprünglichen Version dieses Textes wurde auch ein Foto der Nachrichtenagentur ddp veröffentlicht, das einen einsamen Mann an einer Berliner Bushaltestelle zeigt. Die Bildunterschrift von SPIEGEL ONLINE lautete: "Wartender Fahrgast an einer Berliner Haltestelle". Inzwischen haben sich Berichte aus Internetblogs bewahrheitet, dass dieses Foto gestellt wurde. Das bestätigte die Nachrichtenagentur ddp SPIEGEL ONLINE auf Nachfrage. Wir haben das Bild inzwischen gelöscht und bitten den Fehler zu entschuldigen.

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