Hamburg - Die drastisch gestiegenen Spritpreise zeigen Wirkung: Immer mehr Autofahrer haben in den vergangenen vier Monaten ihr Fahrzeug stehen gelassen und machten sich per Bahn auf den Weg. Im Nah- und im Fernverkehr habe die Deutsche Bahn zwischen Januar und April 20 Millionen Kunden dazu gewonnen, berichtete die "Bild"-Zeitung.
Besonders gefragt waren demnach ICE-Verbindungen, hier verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 3,1 Prozent. Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch sagte der Zeitung, immer mehr Autofahrer kauften Bahntickets statt zu tanken. "Jetzt tun wir alles, um die Neukunden mit einer guten Leistung dauerhaft bei der Bahn zu halten." Der beste Platz für ein Auto sei nicht die Tankstelle, sondern der Parkplatz am Bahnhof.
Auch in den USA, wo der Sprit nicht einmal die Hälfte kostet wie hierzulande, treten die Autofahrer auf die Bremse. Die Verkehrsbetriebe in den USA erleben laut Branchenverband American Public Transport Association (APTA) die höchste Nachfrage seit 50 Jahren. Der öffentliche Personennahverkehr, lange ein mitleidig belächeltes Stiefkind der Stadt- und Verkehrsplaner, verzeichnet Rekordzuwächse an Fahrgästen - und kann den Ansturm nach jahrzehntelanger Vernachlässigung kaum bewältigen.
reh/AP/AFP
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