Frankfurt am Main - Zwei Vögel haben am Dienstagabend den Bahnverkehr zwischen Rüsselsheim und Raunheim lahmgelegt. Sie hatten sich auf eine Oberleitung gesetzt und eine S-Bahn gestoppt, in der rund 400 Fahrgäste saßen. Der Bahnverkehr war auch am Mittwochvormittag zwischen Raunheim und Mainz-Bischofsheim noch gestört, wie ein Sprecher der Bahn mitteilte.
Die verkohlten Kadaver der zwei Vögel wurden an der Bahnstrecke gefunden, wie die Bundespolizei mitteilte. Sie erklärte den Unfall damit, dass die Krähen sich auf den Isolator - diese sind eigentlich durch Porzellan geschützt - an einem Mast setzten und damit den Kurzschluss verursachten. Verschmorungen im Fahrdraht führten dazu, dass ein Tragseil riss, der Fahrdraht in die Gleise fiel und von der nächsten S-Bahn mitgezogen wurde.
Der Regionalexpress wurde beschädigt und blieb stehen. Er wurde auf freier Strecke evakuiert. Die rund 400 Fahrgäste wurden in eine Sporthalle in Rüsselsheim gebracht und dort von Rettungskräften versorgt. Für die etwa 150 Wartenden im Bahnhof Raunheim wurden Busse eingesetzt. Am Mittwochmorgen ab sechs Uhr war ein Gleis Richtung Wiesbaden wieder befahrbar. Das Gegengleis sollte in den Mittagsstunden für den Verkehr freigegeben werden.
Verspätungen entstanden laut Bundespolizei für 56 Personenzüge und neun Güterzüge. Neun Fernzüge mussten umgeleitet werden.
reh/AP
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