München - Die Ferien stehen vor der Tür, und die Koffer sind schon halb gepackt - doch auf viele Urlauber wartet eine böse Überraschung. Ihre schönste Zeit des Jahres wird so teuer wie nie zuvor. Es sind nicht nur die rasant gestiegenen Spritkosten, sondern auch teilweise deutliche Preisaufschläge vor Ort.
Urlaubsfrust: Auch Sonnencreme wird teurer.
Die hohen Spritpreise schlagen sich auch bei Flug- und Fährtickets nieder. So erhöhen die großen Fluggesellschaften den Kerosinzuschlag fast schon im Monatstakt: Die Lufthansa erhöhte den Aufpreis zuletzt Mitte Juni auf 24 Euro für Kurzstrecken und auf 92 Euro für Langstrecken und schließt weitere Erhöhungen in der nahen Zukunft nicht aus. Auch Fähren erheben nach ADAC-Angaben inzwischen Treibstoffzuschläge im Bereich von fünf Euro pro Person, für Kinder die Hälfte. Für eine vierköpfige Familie seien das 30 Euro auf der Hin- und Rückfahrt.
Einmal französische Pommes für 3,45 Euro
Nicht nur die Fahrt erhöht das nötige Urlaubsbudget, auch sind in einigen beliebten Reiseländern die Preise rasant gestiegen. In Spanien sei zum Beispiel der Durchschnittspreis für einen Caravanstellplatz mit 37 Euro pro Nacht um 18 Prozent teurer als noch vor Jahresfrist, erklärte der ADAC. Auch in den Niederlanden und Frankreich kostet der Platz mehr, auch wenn der Anstieg mit sieben beziehungsweise sechs Prozent weniger stark ist.
Der ADAC hat auch urlaubstypische Ausgaben wie für Sonnencreme am Badeort oder für ein Bier in der Strandbar unter die Lupe genommen - und drastische Erhöhungen festgestellt. In Griechenland habe sich Sonnencreme seit 2006 um 22,5 Prozent verteuert, in der Türkei der Bierpreis um 48,9 Prozent auf 3,50 Euro zugelegt, und Pommes Frites kosteten in Frankreich heute mit im Schnitt 3,45 Euro 54,7 Prozent mehr als vor zwei Jahren.
Polen als günstige Alternative
Im Urlaubsland Deutschland sind die Preise laut ADAC teilweise ebenfalls deutlich gestiegen. So koste eine Strandliege mit inzwischen 7,32 Euro 24,9 Prozent mehr als 2006. Der Bierpreis am Strand habe um 33,8 Prozent auf 2,85 Euro zugelegt.
Es gibt allerdings auch gute Nachrichten für Sparwillige: "Es kommt immer auf das Land an, in das man fährt, sagt Katharina Bauer vom ADAC. In Polen zum Beispiel sei vieles viel billiger. Hier kostet die Sonnencreme nach ADAC-Berechnungen nur 5,74 Euro, das Bier ist bereits für 1,47 Euro zu haben und auch der Spritpreis ist niedriger: Am Mittwoch kostete Diesel dort umgerechnet 1,40 Euro und Superbenzin 1,38 Euro je Liter.
abl/AP/AFP
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