Atlanta - Sie sind bunt, bequem und können für Kinder zur gefährlichen Falle werden: Crocs, klobige Gummischuhe mit Löchern, haben in den USA zu zahlreichen Verletzungen bei Kindern geführt. Allein auf dem Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta wurden in den vergangenen zwei Monaten drei Unfälle von Kindern registriert, nachdem sie mit ihren Füßen in seitliche Spalten von Rolltreppen gerieten und steckenblieben.
Gefahr auf Rolltreppen: In den USA wird in Flughäfen und U-Bahn-Stationen vor der Mitfahrt mit den Modeschuhen Crocs gewarnt
Die Herstellerfirma hat inzwischen eine Sicherheitsinitiative gestartet. In einer Pressemitteilung werden den Crocs-Trägern Regeln für Rolltreppen erklärt:
Unfälle mit Rolltreppen gebe es seit mehr als 40 Jahren - weit länger, als es Crocs gebe, wird Unternehmenschef Ron Snyder in der Mitteilung zitiert. Der Schuhhersteller werde sich dafür einsetzen, dass Sicherheitsbestimmungen für die Herstellung, Einrichtung und Wartung von Rolltreppen geändert werden. Industrieexperten würden ohnehin empfehlen, Abdeckungen für die seitlichen Spalten einzurichten, um die Zahl der Unfälle zu verringern.
Snyder betont, wie wichtig dem Unternehmen die Sicherheit der Kunden sei. Die Mitteilung über den Start der Initiative stammt vom 22. Juli 2008 - von eingequetschten Kinderfüßen bei Crocs-Trägern berichtete der Nachrichtensender ABC bereits im Oktober 2006.
Das US-Verbraucherministerium hat seit Januar 2006 insgesamt 77 Unfälle mit eingeklemmten Schuhen aus weichem Material registriert.
Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind derartige Unfälle bislang nicht bekannt. "Hier scheinen die Träger sich geschickt auf den Treppen zu bewegen", sagt Wolfgang Schwalm von der Betreibergesellschaft Fraport.
In Wiener Krankenhäusern sind die Crocs übrigens in einigen Bereichen komplett tabu. Weil sie sich elektrostatisch aufladen und sensible Apparate stören könnten, dürfen die Schuhe in Operationssälen, auf Intensivstationen und in Röntgenbereichen nicht mehr getragen werden.
reh/AP/AFP
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