Limoges/Hahn - Die Ryanair-Maschine hat am Montagabend auf dem Weg nach Spanien außerplanmäßig in Frankreich landen müssen. Die Boeing 737 war auf dem Weg vom britischen Bristol nach Barcelona-Girona und hauptsächlich mit britischen Urlaubern besetzt.
In einer Flughöhe von 10.000 Metern fiel der Kabinendruck plötzlich ab, so dass der Pilot zu einem Sturzflug auf eine Höhe von 2000 Metern in fünf Minuten gezwungen wurde. Aus Sicherheitserwägungen entschied er, außerplanmäßig in Limoges im Zentralmassiv zu landen. Dort setzte die Boeing 737 nach Behördenangaben um 23.30 Uhr auf.
26 Passagiere wurden nach Feuerwehrangaben vom Dienstag ins Krankenhaus eingeliefert. Die Verletzten würden zumeist an Schmerzen in der Brust, Nase und den Ohren leiden. Dagegen teilte Ryanair mit, dass 16 Passagiere mit Ohrenschmerzen behandelt würden. An Bord der Maschine waren 168 Passagiere - 141 Briten und 27 Spanier - und sieben Besatzungsmitglieder.
"Manche dachten, sie sterben"
Ein Passagier beschrieb dem Fernsehsender Sky das Erlebnis als traumatisch. "Plötzlich gab es einen Windstoß, einen Strom kalter Luft, die Sauerstoffmasken fielen herunter und man wusste nicht, was los ist."
Viele Passagiere hätten einen Schock erlitten, sagte der Passagier Pen Hadow, ein bekannter Arktisforscher. "Manche Leute dachten, sie sterben - so erschreckend war das. Eine Frau vor uns wimmerte." Die Temperatur sei auf einmal stark gesunken. "Du denkst, mein Gott, ist das ein Loch im Flugzeug?" Einige Sauerstoffmasken seien nicht aufgegangen. Die Crew hätte zudem keinerlei Durchsagen gemacht.
Ryanair-Chef Michael O'Leary betonte jedoch, alle Masken hätten funktioniert, die Besatzung habe zudem die Sicherheitsvorschriften korrekt ausgeführt. Es sei nicht möglich gewesen, gleich zu Beginn Durchsagen zu machen, weil die Crew ebenfalls Masken tragen müsse.
Rund vier Stunden nach der Notlandung setzten 127 Passagiere ihre Reise in der Nacht mit einer anderen Ryanair-Maschine fort. Die übrigen Passagiere, die nach dem Zwischenfall nicht wieder ins Flugzeug steigen wollten, sollten mit einem Bus nach Girona gebracht werden.
Die Ursachen des Druckabfalls waren zunächst unklar. Eine erste Untersuchung der Maschine habe keine auffälligen technischen Mängel ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Ryanair verfügt nach eigenen Angaben über 120 Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 mit Platz für jeweils 189 Passagiere.
Pilzsoße zwingt Ryanair in Hahn zur Landung
In Frankfurt musste ebenfalls eine Ryanair-Maschine einen unfreiwilligen Stopp einlegen - allerdings war der Grund eher lapidar: Pilzsoße. Der Flughafen und die Polizei in Koblenz bestätigten am Dienstag eine Meldung des Südwestrundfunks (SWR), wonach ein Fluggast einen Beutel mit gefrorenen Pilzen ins Gepäckfach gelegt hatte. Während des Fluges von Budapest nach Dublin tauten die Pilze auf, und Marinade tropfte auf einen anderen Fluggast.
Dieser klagte dann über Schleimhautreizungen, weshalb die Maschine den Flughafen in Rheinland-Pfalz ansteuerte. Der Mann wurde nach den Angaben ins Krankenhaus nach Simmern transportiert. Das Flugzeug konnte nach eineinhalb Stunden wieder abheben. Über den betroffenen Passagier wurde zunächst weiter nichts bekannt.
abl/AFP/dpa/AP
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