München - Die Zahl der tödlichen Bergunfälle ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) meldet die niedrigste Zahl von Todesopfern unter seinen Mitgliedern seit mehr als 50 Jahren - obwohl die Mitgliederzahl in der Zeit um das Siebenfache gestiegen ist.
Grund seien unter anderem bessere Ausrüstung und bessere Kenntnisse der Bergsteiger, Wanderer und Skifahrer, teilte der DAV am Donnerstag in München mit. Im Jahr 2007 starben 34 DAV-Mitglieder in den Bergen, 2006 waren es noch 46 gewesen. Zu Beginn der Datenerfassung im Jahr 1952 waren es 43. Dabei hatte der nach eigenen Angaben heute weltweit größte Bergsportverband damals nur 114.000 Mitglieder, inzwischen sind es 783.000.
Gerade in den vergangenen Wochen sei der Bergsport wegen spektakulärer Unfälle im Himalaya, aber auch in den Alpenin die Schlagzeilen geraten, sagte Stefan Winter, Ressortleiter Breitenbergsport beim DAV. Dies seien jedoch extreme Einzelfälle, die sich statistisch kaum auswirkten. "Man darf darüber nicht die überwiegend positiven Aspekte vergessen", mahnte Winter mit Blick auf die Gesundheitswirkung von Wandern und Bergsteigen. Seine Bilanz: "Bei einer starken Zunahme des Bergsports nimmt die Zahl der Unfälle kontinuierlich ab."
Gegenläufig sei der Trend allerdings beim Klettersteiggehen. Dort habe sich die Zahl der Unfälle seit 2000 fast verdoppelt. 2006 und 2007 starben sechs DAV-Mitglieder auf Klettersteigen. Grund sei vor allem die drastisch gestiegene Zahl der Klettersteiggeher wie auch der Klettersteige - die Sportart liege weiter voll im Trend, sagte der DAV-Bergführer Florian Hellberg, zuständig für die Sicherheitsforschung. Gerade am Klettersteig werde die Gefahr angesichts von Leitern und Drahtseilen leicht unterschätzt.
Den weitaus höchsten Anteil an den Unfallzahlen hat weiter das Wandern mit fast 30 Prozent. Ursachen sind hierbei allein in der Hälfte der Fälle Herz-Kreislaufprobleme. Am zweithäufigsten ereigneten sich Unfälle beim Abfahrtsskilauf auf und abseits der Pisten sowie beim Langlauf mit gut 28 Prozent.
Bergsteiger und Hochtourengeher machen nach der DAV-Statistik knapp 14 Prozent der Verunglückten aus, Kletterer in Fels und Eis knapp 13 Prozent und Skitourengeher 11 Prozent. Unfälle beim Mountainbiken haben einen Anteil von knapp drei Prozent, andere Sportarten von nur zwei Prozent. Der DAV erfasst Unfälle im im Alpengebiet. Dazu zählen Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien. Da sich die Alpenvereins-Studie jedoch nur auf Mitglieder bezieht, bildet sie nur einen begrenzten Ausschnitt der tatsächlichen Zahl tödlicher Unfälle ab.
sto/dpa/AP/ddp
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