Berlin - Die Deutsche Bahn zieht ihre ICE-Züge mit Neigetechnik vorübergehend aus dem Verkehr. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, seien nahezu alle Züge zu weiteren technischen Überprüfungen der Radsatzwellen aus dem Betrieb genommen worden. Grund sei, dass die ICE-Hersteller Siemens, Alstom und Bombardier keine verlässlichen Sicherheitsgarantien für die Zugachsen gäben.
"Wir sehen uns von der Industrie im Stich gelassen, die uns mit nicht belastbaren und unklaren Angaben konfrontiert", sagte Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn. Deshalb sehe sich die Bahn zu dieser drastischen Maßnahme mit den sich daraus ergebenden Fahrplanänderungen gezwungen. Siemens hatte die Vorwürfe auch öffentlich zurückgewiesen.
Am Samstag stünden laut Mehdorn auf vier Linien weniger Züge zur Verfügung. Die Bahn ließ offen, wann die Einschränkungen aufgehoben werden können. Zu Fahrplaneinschränkungen wird es auf folgenden ICE-Linien kommen: Hamburg - Berlin - Leipzig - München, Wiesbaden - Frankfurt - Leipzig - Dresden, Stuttgart - Singen - Zürich, Dortmund - Koblenz - Mainz - Frankfurt - Nürnberg - Passau - Wien. Alle anderen ICE-Strecken seien nicht betroffen, teilt die Bahn mit. Informationen zu Ersatzfahrplänen seien ab sofort im Internet unter www.bahn.de/aktuell zu finden, teilt die Bahn mit. Telefonische Auskünfte seien unter der Service-Hotline 08000-996633 zu erhalten.
Der ICE-Hersteller Siemens wehrt sich gegen Mehdorns Vorwürfe, das Unternehmen hätte sein Leistungsversprechen nicht eingehalten. Eine Siemens-Sprecherin sagte am Freitag dem Radiosender hr-Info, "wir haben die Züge nach Stand der Technik und nach geltenden Normen gebaut. Von den Aufsichtsbehörden wurden die Züge so genehmigt."
Die verkürzten Wartungsintervalle für den ICE 3 und den ICE mit Neigetechnik habe die Aufsichtsbehörde Eisenbahnbundesamt angeordnet. Das bestätigt auch der zweite ICE-Hersteller Bombardier. "Die Festsetzung des Intervalls ist Aufgabe des Eisenbahnbundesamtes", sagte ein Sprecher von Bombardier Transportation. Bei der Herstellung habe sich das Unternehmen im geltenden Rahmen bewegt.
Verkürzung der Prüfintervalle auf 30.000 Kilometer
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte der Bahnindustrie am Freitag ein Ultimatum gestellt, "so schnell wie möglich" verbindliche Aussagen über die Haltbarkeit der Achsen zu treffen. Um einen zuverlässigen Fahrplan im Fernverkehr in nächster Zeit noch sicherstellen zu können, seien die Aussagen über Haltbarkeit und Prüfintervalle der ICE-Achsen notwendig, sagte Mehdorn am Freitagmorgen in Berlin. Es könne nicht so weitergehen, dass die Bahn ständig mit veränderten Fakten und Einschätzungen konfrontiert werde.
Zunächst hatte es offiziell keine Angaben darüber gegeben, welche Konsequenzen die Bahn ziehen würde, wenn sich die Hersteller nicht vor Wochenbeginn zu einer belastbaren Aussage bereit erklären. Denkbar war aber schon, dass die fraglichen Typen in diesem Fall aus dem Verkehr gezogen würden. Die Einnahmeausfälle könnten den Herstellern in Rechnung gestellt werden.
Die Hersteller hatten für die Achsen nach Bahn-Angaben Prüfintervalle von 480.000 Kilometern Laufleistung vorgesehen; nach dem Unfall mit einer gebrochenen Achse im Juli in Köln verfügte das Eisenbahn-Bundesamt jedoch die Intervalle auf 30.000 Kilometern. Das erreichen die Züge etwa alle drei Wochen.
In der zu Ende gehenden Woche war es zu häufigen Zugausfällen gekommen, weil die mehr als 130 ICE-3- und ICE-T-Züge rund um die Uhr wegen verkürzter Prüfintervalle in die Werkstatt mussten. Teils fiel die Hälfte des Platzangebots weg, auf einzelnen Verbindungen mussten Busse eingesetzt werden. Entgegen den Hoffnungen der Bahn AG war bereits am Freitagmorgen klar, dass die Kontrollen auch nach dem Wochenende den Betriebsablauf erheblich stören werden.
abl/AP/Reuters/dpa/ddp
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Ein Fernverkehrszug Zug kann locker 300 Autos ersetzten.... Das ist auch sehr gur so. Und wem der Autozug zu teuer sein sollte( die Brücke gäbe es auch nicht für umsonst) fährt ohne Stinkeschüssel mit dem Zug auf die [...] mehr...
die Bahn nicht in der Lage den kompletten, oder auch nur einen Teil, des KFZ Verkehrs zu ersetzen, daher erübrigt sich dei Stau Diskussion, schon mal der Autozug ist ein vernachlässiges Kind, anstatt der wahnsinnigen teuren ICE [...] mehr...
(lachend) - auch wieder wahr. mehr...
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