Manga-Looks und viktorianische Rüschenkleider, rosa Schleifchen zu Zombie-Make-up, ein bisschen Hello Kitty und ein bisschen Marilyn Manson: Die modischen Gothic Lolitas, Punk Lolitas und Erololitas in Tokios Harajuku-Gegend sind mit kaum einer anderen Jugendbewegung vergleichbar.
Jeden Sonntag treffen sich modebewusste Teenager aus den Vororten Tokios in voller Lolita-Montur an der Brücke zum Yoyogi-Park zwischen den Stadtvierteln Shibuya und Shinjuku. Inzwischen gibt es so viele in feinen Nuancen voneinander abgegrenzte Lolita-Stile, dass es uneingeweihten Besuchern schwerfällt, in der Vielfalt der Farben und Formen den Überblick zu behalten. Da jedoch die meisten Lolitas internetaffine Teenager sind, gibt es im Netz inzwischen ausführliche Typologien der Szene, dazu Schmink- und Modetipps in Hülle und Fülle.
Der Stil wurde Ende der siebziger Jahre von japanischen Modelabels wie Pink House und Milk erfunden, lange waren die Lolitas eine Subkultur, die außerhalb von Szenemagazinen und Nachtclubs wenig Beachtung fand. Doch heute gibt es aufsehenerregende Lolita-Modenschauen, und die sonntäglichen Treffen sind längst zu einem der Pflichttermine für Tokio-Besucher geworden.
Umschwärmt von Touristen mit gezückten Digitalkameras, wirken die meist freundlich posierenden Damen schon längst nicht mehr wie Anhänger einer gegen Konventionen verstoßenden Untergrund-Kultur. Hierzulande ist die entsprechende Szene dagegen noch überschaubar - doch im Zuge der steigenden Popularität von Mangas und Anime-Filmen findet der Lolita-Look seit einigen Jahren auch in Deutschland immer mehr Anhänger.
sto
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