München - Ein ICE ist am Sonntagmittag im Münchner Hauptbahnhof ungebremst auf einen Prellbock aufgefahren. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Schätzungen der Polizei entstand bei dem Unfall ein Sachschaden von mehr als 100.000 Euro. "Wenn aber an den Achsen auch noch was passiert ist, dann wird es richtig teuer", sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion München.
Der ICE 880 sollte gegen 10.30 Uhr für eine Fahrt nach Hamburg bereitgestellt werden, als er auf Gleis 15 gegen den Prellbock im Kopfbahnhof stieß. Fahrgäste waren noch nicht an Bord. Wie es zu dem Vorfall kam, konnten Polizei und Deutsche Bahn zunächst nicht sagen. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Bei dem Unfall wurde die Nase des Zuges stark eingedellt und die dort angebrachte Lichtmaschine beschädigt. Außerdem wurde der Prellbock um einen Meter nach hinten geschoben und ebenfalls stark beschädigt. Der ICE wurde zur weiteren Untersuchung in ein Münchner ICE-Werk gefahren.
Die auf diesen ICE wartenden Reisenden konnten 40 Minuten später ihre Fahrt in Richtung Hamburg mit einem Ersatzzug antreten. Bei sechs Zügen kam es nach Angaben eines Bahn-Sprechers außerdem zu insgesamt 74 Minuten Verspätung.
Zugausfälle und Verspätungen in Frankreich
Zu einem Bahn-Zwischenfall kam es in der Nacht zum Sonntag auch im Westen Frankreichs: Wegen eines Ausfalls der Stromversorgung in Marcoussis in der Nähe von Paris mussten Tausende Passagiere stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. Mehr als 50 TGV-Hochgeschwindigkeitszüge seien betroffen gewesen, es habe zahlreiche Verspätungen von bis zu sechs Stunden gegeben, sagte eine Bahn-Sprecherin. Mehrere Züge seien ausgefallen. Passagiere mussten teilweise die Nacht im Zug verbringen oder wurden in Hotels untergebracht.
Als Grund wird Vandalismus vermutet. Ein bisher unbekannter Täter soll mit Gewehrschüssen die Stromleitungen über den Gleisen beschädigt haben. Der Zugbetreiber SNCF kündigte rechtliche Schritte gegen den Verursacher der Störungen an.
sto/dpa/Reuters
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