Frankfurt am Main/Kassel - Die Finanzkrise geht auch an der Tourismusbranche nicht spurlos vorbei: "Unsere Aussichten für das nächste Jahr sind getrübt", sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbands (DTV), Reinhard Meyer, am Donnerstag beim Deutschen Tourismustag in Kassel.
In den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnete die Branche zwar laut Statistischem Bundesamt einen Zuwachs an Übernachtungen von drei Prozent. Zugleich räumte die DTV-Hauptgeschäftsführerin Claudia Gilles jedoch ein: "Wir haben aber Sorge, dass etwas wegbricht."
Bereits jetzt seien weniger amerikanische Gäste registriert worden. Zudem rechnet der DTV damit, dass Buchungen von Geschäftsreisen zurückgehen werden. Der Verband hatte gehofft, "dass im Konjunkturprogramm der Bundesregierung etwas für den Tourismus getan worden wäre", sagte DTV-Präsident Meyer. Diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt.
Weniger Fluggäste an Deutschlands größtem Flughafen
Schon jetzt machen Unternehmen die Finanzkrise für Einbußen verantwortlich. Der Flughafenbetreiber Fraport erwartet in diesem Jahr erstmals seit 2003 weniger Passagiere an seinem größten Drehkreuz Frankfurt. Für das Gesamtjahr 2008 sei mit einem Rückgang von 1,0 bis 1,5 Prozent zu rechnen, teilte Fraport mit.
Wichtigste Ursachen für das erwartete Minus seien die hohen Energiekosten, die Finanzkrise, die nachlassende Konjunktur und Sondereffekte durch streikbedingte Flugausfälle im vergangenen Sommer. Zuvor war Fraport noch von einem Plus von einem Prozent ausgegangen. 2007 waren in Frankfurt fast 54,2 Millionen Fluggäste gezählt worden - ein Rekord.
Trotz des Passagierverlustes in Frankfurt geht das Unternehmen davon aus, den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem Jahr steigern zu können. Auch die Dividende soll mindestens stabil bleiben. In den ersten neun Monaten 2008 ging der Umsatz um 8,8 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro zurück. Das Konzernergebnis stieg um 0,6 Prozent auf knapp 220 Millionen Euro.
peg/dpa/ddp
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