Samstag, 21. November 2009

Reise



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13.11.2008
 

Sexismus-Vorwürfe

Billigflieger-Stewardessen posieren in Bikinis

Sie nennen sich Miss Runway, Miss Cockpit oder Miss Hostess: 13 Stewardessen der Billigfluglinie Ryanair haben sich für einen Kalender ohne Arbeitskleidung ablichten lassen. Massive Proteste von Frauenrechtlern kontert die Airline mit einer ziemlich sexistischen Antwort.

Dublin - Das Interesse der Damenwelt war enorm: 700 Mitarbeiterinnen der Billigfluglinie sollen sich dafür beworben haben, im "Girls of Ryanair"-Kalender für das Jahr 2009 abgelichtet zu werden. Immerhin geht es dabei um einen guten Zweck, von den Erlösen sollen mindestens 100.000 Euro an die irische Obdachlosen-Hilfsorganisation Dublin Simon gespendet werden. Die Kalender sind jetzt für zehn Euro in den Flugzeugen sowie im Internet zu kaufen.

Doch die freizügige Darstellung von Flugbegleiterinnen vor Triebwerken, Kerosinpumpen und Werkzeugkästen trifft nicht jedermanns Geschmack. Die spanische Frauenorganisation "Observatorio de la Imagen del Instituto español de la Mujer" will sich bei irischen und europäischen Behörden über angeblich sexistische Darstellungen beschweren und zieht auch rechtliche Schritte in Erwägung.

"Es ist bezeichnend, dass nur Frauen gezeigt werden - in einem Berufszweig, in dem es einen beträchtlichen Prozentsatz an Männern gibt", zitiert die "Daily Mail" eine Mitteilung der Organisation. Eine Sprecherin sagte, die Bilder präsentierten Frauen als "Sexobjekte". "Es geht nicht um Moral oder Nacktheit, sondern darum, wie Frauen hier dargestellt werden."

Schon der Kalender für das Jahr 2008 hatte Proteste gegen die Airline ausgelöst. Die Spanische Organisation Facua bezichtigte Ryanair, eine stereotype Darstellung von Stewardessen zu betreiben, gegen die dieser Berufszweig schon seit Jahren kämpfe.

In Schweden hatte die Werbeaufsicht im Oktober Ryanair für eine Anzeige gerügt. Darin hatte der Billigfluganbieter mit dem Foto einer jungen Frau in kurzem Rock und der Überschrift "Heißeste Schul-Preise" für Schnäppchenflüge geworben.

Recht auf nackte Haut

Ryanair kündigte laut der britischen Zeitung "Telegraph" an, Freiexemplare des neuen Kalenders an Facua sowie an das schwedische Parlamentsmitglied Brigitta Ohlsson zu schicken. Die feministische Politikerin hatte sich besonders über die Werbeannonce echauffiert. Die Zeitung zitiert die Fluggesellschaft mit folgender Mitteilung: "Ryanair wird weiterhin das Recht von Mädchen verteidigen, sich auszuziehen, besonders wenn es um einen wohltätigen Zweck geht."

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist selbst bekannt für machohafte Zwischentöne. Bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf brachte er eine Dolmetscherin in Verlegenheit, als er ankündigte, dass es bei den geplanten Transatlantikflügen eine Economy-Class für zehn Euro und eine Business-Class für 4000 bis 5000 Euro geben werde, wo "Bett und Blowjob" inklusive seien. Anschließend war die Marketing-Abteilung gefordert, um einen PR-Gau zu verhindern: Die Redewendung "Bed and Blowjob" stamme aus der englischen Gossensprache und bedeute nichts anderes als luxuriöser Komfort und Spitzen-Service, sagte ein Sprecher.

Im Heimatland der Billigfluglinie scheint die Idee eines Pin-up-Kalenders übrigens nicht so gut angenommen zu werden - nur vier der Bewerberinnen kamen aus Irland, keine davon wurde als Model ausgewählt. Und selbst von männlichen Fluggästen gibt es nicht nur positive Resonanz: "Ich sehe nie Stewardessen, die so aussehen, wenn ich mit Ryanair fliege", schreibt ein enttäuschter Kunde im Internet-Forum der "Daily Mail".

sto

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