Piräus - Wegen eines Fehlers in einer Seekarte könnte das Kreuzfahrtschiff "Sea Diamond" im April 2007 vor der griechischen Insel Santorin auf ein Riff aufgelaufen sein. Am Montag veröffentlichte die Kriegsmarine eine neue und korrigierte Karte.
Demnach liegt das Riff 131 Meter von der Küste entfernt - und nicht nur 57 Meter, wie bislang auf der Karte eingetragen. Die zyprische Reederei Louis Hellenic Cruises, zu der das Unglücksschiff gehörte, hatte den Verlauf des Riffs vor der Insel durch Sachverständige überprüfen lassen und bereits vor einem Jahr auf den Fehler hingewiesen.
Das Schiff war am 5. April 2007 mit 1547 Menschen an Bord bei der Einfahrt in die Bucht auf das Riff gelaufen und 15 Stunden später gesunken. Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden von Fischer- und Ausflugsbooten in Sicherheit gebracht. Zwei Touristen aus Frankreich werden noch immer vermisst.
Angesichts der neuen Erkenntnisse verlangten mehrere Rechtsexperten für Schifffahrt im griechischen Rundfunk, dass der griechische Staat alle Entschädigungen zahlen müsse. Die fehlerhafte Seekarte war vom Staat herausgegeben worden. Der Prozess gegen die Reederei soll im Frühjahr 2009 beginnen.
abl/dpa
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