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02.12.2008
 

Weniger Fluggäste

Geschäftsreisende verzichten auf den Flieger

Die globale Wirtschaftskrise hat auch den internationalen Flugverkehr erfasst: Die Zahl der Fluggäste geht zurück, in Deutschland erstmals seit sechs Jahren. Vor allem Geschäftsreisende verzichten immer häufiger auf den Flieger - denn ihre Tickets sind am teuersten.

New York - Der Luftverkehr in Deutschland ist im dritten Quartal erstmals seit sechs Jahren geschrumpft. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden auf deutschen Flughäfen 27,1 Millionen abfliegende Passagiere gezählt, das sind 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zuletzt hatte es im dritten Quartal 2002 einen Rückgang im Jahresvergleich gegeben.

Überdurchschnittliche Abnahmen gab es bei europäischen Zielen. Griechenland zählte 6,2 Prozent weniger Reisende aus Deutschland, Frankreich verbuchte ein Minus von 5,9 Prozent, Italien von 5,3 Prozent und das wichtige Ferienziel Spanien ein Minus von 2,7 Prozent.

Auch international ging die Zahl der Fluggäste zurück: Nach einem Rückgang der Passagierzahlen um 2,9 Prozent im September blieben die Zahlen im Oktober um 1,3 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück, wie der Luftfahrtverband IATA mitteilte.

Allerdings verzichtet ausgerechnet die Klientel aufs Fliegen, mit der die Fluggesellschaften das meiste Geld verdienen: die Geschäftskunden. Denn einen weitaus größeren Einbruch verzeichnete die International Air Transport Association bei der Zahl der Passagiere mit "Premium-Tickets", die ind überwiegend Geschäftsreisende.Hier gingen die Fluggastzahlen im September um acht Prozent zurück.

Die größte Abschwächung gab es in Nordamerika sowie im Flugverkehr zwischen den USA und Asien. "Das wird ein sehr kalter Winter, und ich bin kein Meteorologe", sagte der Luftverkehrsexperte Ray Neidl von der Finanzfirma Calyon Securities.

Der Rückgang im Flugverkehr wirkt sich auch auf andere vom Tourismus abhängige Branchen aus. In Rom zum Beispiel brachen die Übernachtungszahlen der Hotels im Oktober um 17,5 Prozent ein. In London waren es 5,2 Prozent im September und 4,2 Prozent im Oktober. Europaweit registrierte STR Global Managing einen Rückgang der Übernachtungszahlen von 4,9 Prozent im September und 6,3 Prozent im Oktober.

sto/sam/AP/dpa

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