Catania/Sindelfingen - Aus allernächster Nähe wollte er die heiße Ätna-Lava ablichten - und das nicht zum ersten Mal. Doch ausgerechnet eine Eisscholle wurde dem Hobby-Fotografen jetzt zum Verhängnis. Der 32-Jährige aus Sindelfingen bei Stuttgart verlor das Gleichgewicht, schleuderte gegen eine Felswand aus Lava-Gestein und stürzte in die Tiefe.
Ätna auf Sizilien: Am Südosthang starb ein deutscher Hobby-Fotograf
Der gelernte Biochemiker, der sich bei seinen Urlaubsexpeditionen auf Vulkanfotos spezialisiert hatte, galt bereits seit Samstag als vermisst. Der Hobby-Fotograf war hoch auf dem Ätna (3350 Meter) unterwegs.
Er kehrte nicht in seine Unterkunft zurück. Am Sonntag erreichte eine SMS des 32-Jährigen mit dem Wort "Help" einen befreundeten Mitarbeiter des Italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie in Catania. Die Polizei vermutet, dass der Sindelfinger zu diesem Zeitpunkt bereits schwer verletzt um sein Leben kämpfte.
Leiche wurde am Südosthang entdeckt
Die Suchaktionen nach ihm wurden am Montag durch schlechtes Wetter behindert und blieben bis zum Abend ohne Ergebnis. Auf dem Berg herrschten bei heftigem Wind Minustemperaturen. Bei Sonnenaufgang am Dienstag begann ein neuer Versuch: Ein Helikopter der italienischen Marine, Rettungstrupps des Militärs sowie Mitglieder der nationalen Bergwacht waren im Einsatz. Die Suche konzentrierte sich auf das Hochtal Valle del Bove am Südosthang des Vulkans. Dort wurde die Leiche des 32-Jährigen schließlich entdeckt.
Dem weit gereisten Fotografen und Filmer war seine Passion letztlich zum Verhängnis geworden. Mehrmals war er auf den Ätna gestiegen und hatte auch die nördlich von Sizilien gelegene Insel Vulcano mit dem zuletzt 1988 ausgebrochenen Vulkan Monte Aria besucht. Auf drei Kontinenten hatte er sich in mehr als einem Dutzend Ländern umgesehen und Hunderte von Reise-Fotos und Video-Aufnahmen ins Internet gestellt.
Der Ätna mit vier Gipfelkratern an der Ostküste der größten italienischen Mittelmeerinsel ist ständig aktiv. Den letzten bedeutenderen Ausbruch des Ätna registrierten die Vulkanologen in Catania im Mai dieses Jahres.
Elmar Paget, dpa
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