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12.01.2009
 

Fliegendes Auto

Auf nach Timbuktu mit dem Skycar

Der Traum vom fliegenden Auto lässt Abenteurer nicht los. Britische Tüftler machen ihn wahr und reisen mit ihrem Skycar von London ins sagenumwobene Timbuktu. Auch über die Straße von Gibraltar soll der Strandbuggy mit Gleitschirm hinwegsegeln.

Von London über die Pyrenäen, ein Hüpfer über die Straße von Gibraltar nach Marokko und dann Kurs auf Timbuktu: Der Brite Neil Laughton wird am Mittwochmorgen zu einer 6400 Kilometer langen Reise starten - teils auf Rädern, teils am Gleitschirm. Ein ungewöhnliches Gefährt macht die Expedition möglich, das Skycar ist ein frisierter Strandbuggy mit Segel. "Ich mag Abwechslung", sagte Laughton der BBC, "und ich dachte, dies könnte eine interessante Herausforderung sein."

Webseite Skycar: 6400 Kilometer nach Timbuktu
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Webseite Skycar: 6400 Kilometer nach Timbuktu

Das "Himmelsauto" ist mit einem riesigen Luftgebläsemotor ausgestattet. Es kann nach Angaben der Webseite am Boden bis zu 180 km/h schnell werden und innerhalb von 4,5 Sekunden Tempo 100 erreichen. Betankt wird es mit Biotreibstoff und hat damit eine Reichweite von 300 (am Boden) bis 400 (in der Luft) Kilometer. Innerhalb von nur drei Minuten soll das Skycar flugfähig sein: Der Fahrer packt den Nylonschirm, den sogenannten ParaWing, aus dem Kofferraum, entfaltet ihn auf dem Boden - und gibt Gas.

Bei einer Startgeschwindigkeit von 60 km/h benötigt das Gefährt eine Startbahn von 200 Metern zum Abheben. Im Flug steuert der Pilot mit Pedalen, die über Kabel die Form des Gleitschirms verändern. Die Reisehöhe beträgt 600 bis 900 Meter, maximal soll das Skycar sogar Höhen von 4500 Meter erreichen können. Die Flughöchstgeschwindigkeit beträgt 110 km/h. Im Notfall kann Laughton einen Reservefallschirm auslösen, mit dem der Buggy sicher zur Erde zurücksegeln soll.

Geplant war die Überquerung des Ärmelkanals am Schirm, doch die britischen Luftfahrtbehörden legten ihr Veto ein. Nun will Laughton die Pyrenäen bei Andorra überfliegen, die 14 Kilometer breite Straße von Gibraltar und das Atlas-Gebirge in Marokko. Auch auf weiten Strecken in der Sahara soll das Skycar als Flugzeug dienen - und immer dann, wenn es keine Straßen mehr gibt.

"Undruckbare" Reaktion der Ehefrau

Laughton, ein ehemaliger Elite-Soldat, ist erfahren in Extremexpeditionen. Er hat die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente erklommen und Trekkingtouren an Nord- und Südpol, in der Sahara und am Amazonas bewältigt. Der Abenteurer will in 42 Tagen Timbuktu in Mali erreichen, ein "kultiges und einzigartiges Ziel", wie er sagt. Unterstützt wird er von einem großen Team, das in einem Konvoi aus Begleitfahrzeugen immer dabei sein wird, wenn Laughton die Flügel des Skycar ausbreitet.

Das kleine, 480 Kilogramm leichte Skycar ist die Erfindung von Gilo Cardozo. Der 29-jährige Brite hat bereits den motorbetriebenen Paraglider gebaut, mit dem er und Edward "Bear" Grylls 2007 den Gipfel des Everest überquerten und einen Rekord aufstellten. Cardozo wird auch diesmal live dabei sein, er begleitet Laughton auf dem afrikanischen Kontinent. Sollte das Skycar seine abenteuerliche Jungfernfahrt überdauern, hofft Cardozo, das Modell für 50.000 Pfund (rund 56.000 Euro) pro Stück zu verkaufen. Die Entwicklung hat seine Sponsoren bisher 250.000 Pfund (280.000 Euro) gekostet.

Laughton, Vater von zwei Kindern, erzählt der BBC, dass die erste Reaktion seiner Ehefrau auf seine neueste Abenteuerfahrt "undruckbar" gewesen sei. Inzwischen stehe sie aber hinter ihm.

abl

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