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22.01.2009
 

Irreführende Werbung

Verbraucherzentrale mahnt neun Airlines ab

Seit November gelten die EU-Vorschriften gegen irreführende Preisangaben - und noch immer werben Fluggesellschaften mit Ein-Euro-Schnäppchen, die sich bei der Buchung als teurer entpuppen. Die Verbraucherzentrale hat neun Unternehmen abgemahnt - darunter auch Ryanair.

Berlin - Weil sie noch immer Fluggäste mit irreführend günstigen Preisen locken, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) neun Fluggesellschaften abgemahnt. Sie hätten die seit November geltenden Vorschriften der EU für kundenfreundliche Internet-Buchungen noch nicht umgesetzt, teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit.

Nach der Verordnung müssen auch Steuern und Abgaben klar und rechtzeitig aufgelistet werden. Sie soll verhindern, dass mit sehr niedrigen Preisen geworben wird, zu denen im "Kleingedruckten" erhebliche Kosten dazukommen. Der vzbz forderte die Fluggesellschaften auf, die Preise nachvollziehbar zu machen und Extraangebote wie etwa Reiseversicherungen nicht automatisch der Rechnung hinzuzufügen.

Condor hat die Internet-Seite nach eigenen Angaben inzwischen geändert. TUIfly habe ebenfalls entsprechende Änderungen vorgenommen, EasyJet wolle dies bis Ende März tun. Germanwings habe nur einige Voreinstellungen geändert. Gegen Intersky Luftfahrt, Ryanair, eDreams und Air Malta liefen die Mahnverfahren noch. Reagieren diese Unternehmen nicht, droht ihnen wie zuvor schon Air Berlin eine Klage der Verbraucherschützer. Das Unternehmen ließ die vom vzbz gesetzte Frist verstreichen, ohne seine Web-Seite anzupassen.

Fliegen wird teurer statt billiger

"Lange genug wurden die Verbraucher mit versteckten Preisangaben in die Irre geführt. Damit muss jetzt endlich Schluss sein", sagte vzbz-Vorstand Gerd Billen. Mit versteckten Preisen hätten die Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren den Eindruck erweckt, Fliegen sei besonders günstig. Tatsächlich seien die Ticketpreise stark gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts seien die durchschnittlichen Kosten gegenüber dem Jahr 2005 um mehr als 20 Prozent gestiegen. Zwischen 2000 und 2005 hätten die Preise sogar um 30 Prozent zugelegt.

"Was die Reise kostet, muss auf einen Blick klar sein. Dann wird sich zeigen, dass man im Normalfall nicht zum Taxipreis in den Urlaub fliegen kann", sagt Billen. So müsse der Endpreis alle Kosten wie Steuern und Gebühren enthalten. Auch sei auf Gebühren für die Zahlung per Kreditkarte zu Beginn des Buchungsvorganges hinzuweisen. Außerdem sei es unzulässig, dass bei der Ticketbuchung der Abschluss einer Reiseversicherung voreingestellt ist.

abl/dpa

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