Rom - Appetit auf Döner, Tandoori-Hühnchen oder Peking-Ente? Nicht in Lucca. Die Stadt in der Toskana hat die Eröffnung neuer ausländischer Restaurants in ihrer historischen Altstadt verboten und sich damit den Vorwurf des "Gastro-Rassismus" eingehandelt.
Der vorige Woche von der konservativen Stadtverwaltung verhängte Bann zielt darauf, die einheimische Spezialitätenküche vor der Konkurrenz der zunehmend beliebten Ethno-Lokale zu schützen.
Betroffen sind auch Schnellrestaurants - damit verbunden ist die Hoffnung, dass im pittoresken Stadtzentrum künftig weniger Abfall herumliegt. Die mittelalterlichen Mauern, Kirchen und Renaissance-Paläste ziehen jährlich Tausende Touristen an.
"Mit Ethno-Küche meinen wir eine andere Küche", sagte Stadt-Sprecher Massimo Di Grazia am Donnerstag. "Das heißt: keine neuen Kebab-Buden, thailändischen oder libanesischen Restaurants." Bereits bestehende Lokale der anderen Art dürften aber bleiben, versicherte er.
Nicht nur der politischen Opposition, sondern auch italienischen Köchen schmeckt das Verbot überhaupt nicht: Sie argumentierten, moderne Küche bestehe doch gerade aus der Kombination verschiedenster Zutaten und Traditionen. "Es gibt kein Gericht auf Erden, das nicht auf einer Mischung von Techniken, Produkten und Aromen aus Kulturen beruht, die sich über die Zeiten hinweg getroffen und vermengt haben", erklärte der Fernsehkoch und Kochbuchautor Vittorio Castellani.
Die toskanische Küche schützen
Außerdem, so empörte sich Castellani in der Zeitung "Corriere della Sera", treffe das Verbot die ausländischen Mitbürger, die sich als Gastronomen den Lebensunterhalt verdienten. "Das ist ein diskriminierendes Verbot", kritisierte auch Stadtrat Allessandro Tambellini in dem Blatt. "Es ist ein Zeichen der Abschottung gegenüber anderen Kulturen."
Di Grazia widersprach dem Diskriminierungsvorwurf und wies darauf hin, dass andere Orte in der Gegend ähnliche Regeln aufgestellt hätten. Ziel sei, das Image der Stadt aufzupolieren und toskanische Erzeugnisse wie Wein und Olivenöl ebenso wie die traditionelle Küche von Lucca mit ihren Suppen, Fleisch- und Nudelgerichten zu schützen.
Nicht ganz klar ist indes, wie fremdartig ein Restaurant sein muss, um unter das Verbot zu fallen. Ein französisches Lokal dürfte eröffnet werden, meinte Di Grazia. Bei sizilianischer Küche - zwar italienisch, aber oft von nahöstlichen Zutaten beeinflusst - war er sich nicht so sicher.
Ariel David, AP
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Ich bin der gleichen Meinung,nur sollte das auch fuer die deutschen Altstaedte gelten. Nicht jede Pizzabude ist ein Feinschmeckerrestaurant und sollte wie Doener-und Burgerbuden raus aus dem (Alt)Stadtbild. mehr...
Ich bin schon in der pittoresken Altstadt von Lucca herumgelaufen und mich würde es schon schockieren, wenn dort eine Dönerbude, der Burgerkette die Hand geben würde. Es geht hier ja hier nicht nur um die Verpflegung der Touristen [...] mehr...
Wäre es denn so schrecklich, wenn z. B. Dönerbuden, Pizzastände, Gyrosgriller und Burgerketten nicht mehr da wären ?? Ich finde nicht. mehr...
Verordnete 'Kultur' ist das Ende der Freiheit! Allerdings hört diese Freiheit auch da auf, wo sie andere Freiheiten dominiert (wie immer). Also, wenn sich denn die Burger,etc... in Lucca verkaufen lassen, dann sollte man [...] mehr...
Wir schreiben das Jahr 2009!Ob die italienische Kueche die leckerste ist,stelle ich mal anheim. Im gleichen Zug fordere ich aber denselben Riegel vor die entsetzlichen Pizzabuden in deutschen Innenstaedten vorzuschieben. mehr...
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