Berlin - Die Preise vieler Billigflieger sind laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest weiterhin undurchsichtig. Eine seit November geltende EU-Verordnung für strikte Transparenz werde oft missachtet, teilte die Stiftung am Donnerstag in Berlin mit. Zusatzangebote wie bevorzugtes Einsteigen oder der Abschluss einer Versicherung waren bei vielen Angeboten weiterhin voreingestellt, bemängelte die Stiftung in ihrer jüngsten "Test"-Ausgabe. Allerdings buchten die Tester ihre Flüge bereits im November.
Vier von zehn getesteten Fluggesellschaften - Ryanair, Easyjet, Germanwings und Condor - bekamen von den Testern ein "mangelhaft" für ihre Preistransparenz. Laut EU-Verordnung müssen die Gesellschaften seit 1. November bei der Angabe des Ticketpreises alle Steuern und Gebühren auflisten.
Trotz Preisen, die wegen versteckter Gebühren im Laufe der Buchung in die Höhe schnellen, sind die Billigflieger laut "Test" aber auch wirklich günstig. Ryanair und Easyjet seien nach wie vor die günstigsten Anbieter der Branche. Mit einem Durchschnittspreis von 144 beziehungsweise 166 Euro für einen Hin- und Rückflug bieten diese Unternehmen demnach die mit Abstand günstigsten Preise.
Etwas teurer im Durchschnitt, aber immer noch sehr günstig sind demnach Germanwings (193 Euro) und TUIfly (214 Euro). Bei Durchschnittspreisen um die 250 Euro für Hin- und Rückflug bieten demnach Air Berlin, British Airways und Lufthansa die besten Ergebnisse bei Information und Buchung.
Information zum Storno schwer zu finden
Scharfe Kritik übten die Tester an der Praxis vieler Fluggesellschaften beim Umbuchen oder Stornieren. Wer seinen Flug nicht antreten könne, der habe kaum Möglichkeiten, sein Geld zurückzuerhalten. Meist lohnt wegen hoher Gebühren das Umbuchen kaum, Informationen zum Stornieren von Flügen seien auf vielen Web-Seiten nicht zu finden. Dabei seien die Airlines verpflichtet, Steuern und Gebühren eines nicht angetretenen Fluges zurückzuerstatten.
Ende Januar hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) neun Fluggesellschaften abgemahnt, da sie die EU-Verordnung noch nicht umgesetzt hätten. Damals gaben Condor und TUIfly an, ihre Internet-Seiten inzwischen geändert zu haben. Easyjet gab an, dies bis Ende März tun zu wollen. Germanwings hätte einige Voreinstellungen geändert. Gegen Intersky Luftfahrt, Ryanair, eDreams und Air Malta liefen die Mahnverfahren zu dem Zeitpunkt noch.
abl/AFP/dpa
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