Dass die australische Fremdenverkehrsindustrie in der Lage ist ist, mit ungewöhnlichen Tourismuskampagnen Aufsehen zu erregen, das hat erst kürzlich das Angebot des "Besten Jobs der Welt" bewiesen. Zehntausende Bewerber wollten Inselwärter auf einer der Whitsunday-Inseln werden, weltweit berichteten die Medien über das Auswahlverfahren.
An den Erfolg der aufsehenerregenden Kampagne will Glenn Millen, Kreativchef der Firma Independent Tourism Holdings, mit einer neuen einmaligen Aktion anknüpfen: Schon diese Woche soll die Regierung über den Vorschlag beraten, mit kostenlosen Flügen Touristen aus dem Ausland anzulocken, wie die Online-Ausgabe der Zeitung "The Age" berichtet.
Der Plan mit dem griffigen Namen "Mayday Projekt" sieht vor, dass Touristen verpflichtet werden, einen bestimmten Betrag, beispielsweise 5000 australische Dollar (etwa 2526 Euro), während ihrer Reise auszugeben, wie das Blatt berichtet. Beteiligte Fluglinien sollen demnach vergünstigte Preise anbieten, die von der australischen Regierung bezahlt werden.
Bei deutschen Urlaubern dagegen ist Australien im Jahr 2008 im Kurs gestiegen: 160.800 Besucher mit deutschem Pass wurden gezählt. Das waren sechs Prozent mehr als im Jahr davor, teilte die Organisation Tourism Australia mit. Im Schnitt geben die Reisenden aus Deutschland 5688 australische Dollar (etwa 2898 Euro) für ihren Aufenthalt aus. Somit würden viele Deutsche für die Gratis-Flugtickets in Frage kommen.
Innovative Kampagnen für schwere Zeiten
Das Geld für die Freitickets könne aus dem bereits bestehenden Budget für Tourismus bereitgestellt werden, sagte Millen der Zeitung. "Mit dieser Aktion können wir die Auswirkungen der Rezession auf den Tourismus verringern." Er halte es sogar für möglich, damit trotz der Krise die Besucherzahl zu erhöhen.
Millen gab an, die Kampagne um den "Besten Job der Welt" im australischen Bundesstaat Queensland sei ein Beispiel für die Art innovativer Tourismusprojekte, die in solchen schwierigen ökonomischen Zeiten Erfolg hätten.
In Gesprächen will nun Steve Cusworth, Chef der Firma Independent Tourism Holdings, Mitglieder der Regierung und Vertreter der Tourismusindustrie von dem Plan überzeugen, wie das Blatt berichtet.
Glenn Millen hatte zuvor schon einmal mit einer ungewöhnlichen Tourismusidee für Aufsehen gesorgt: Im Jahr 2004 wollte er unter dem Namen "Backpackers Xpress" eine Flugverbindung speziell für die Bedürfnisse von Backpacker-Touristen zwischen Europa und Australien etablieren. Die Flugzeuge sollten eine "Kneipe über den Wolken" mit einer Bar und Partys an Bord anbieten. Das Projekt scheiterte jedoch, weil sich nicht genügend Investoren fanden.
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