Montag, 23. November 2009

Reise



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13.03.2009
 

Kopenhagen

Meerjungfrau darf nach China

Dänemarks Wahrzeichen fliegt nach Shanghai: Nach heftigen Diskussionen stimmte der Stadtrat von Kopenhagen dafür, die kleine Meerjungfrau auf der Weltausstellung 2010 im Original zu zeigen. Kritiker sind entsetzt - die arme Statue habe doch schon genug gelitten.

Kopenhagen - Kopenhagens kleine Meerjungfrau darf in die weite Welt ziehen: Der Stadtrat der dänischen Hauptstadt beschloss nach lebhafter Debatte, die Statue für den Pavillon des Landes auf der Weltausstellung 2010 im chinesischen Shanghai auszuleihen. 36 Ratsmitglieder stimmten am Donnerstag für die Entsendung, zwölf dagegen und zwei enthielten sich.

Vorangegangen war eine monatelange Diskussion, die ganz Dänemark bewegt und auf Antrag der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei sogar das Parlament beschäftigt hatte. Während sich Befürworter einen Schub für den Tourismus erhofften, verwiesen Gegner darauf, dass die während der Weltausstellung nach Kopenhagen kommenden Touristen enttäuscht sein könnten.

Die kleine Meerjungfrau soll im dänischen Pavillon von Tausenden Litern original Kopenhagener Meerwasser umspült in einem Bassin ausgestellt werden. In dem Bassin sollen die Besucher baden dürfen, um die Reinheit des Hafenwassers zu erleben.

Der Vorschlag, eine Kopie auszustellen, wurde vom Architekten des Pavillons, Niels Lund Petersen, als "Kitsch" abgetan. Nach Meinung des Leiters des dänischen Kulturinstitutes in Shanghai, Erik Messerschmidt, wäre es den Chinesen allerdings egal, ob sie eine Kopie oder das Original sähen.

In einem Internet-Forum forderte eine Nutzerin, die Meerjungfrau "in Ruhe zu lassen". Sie habe bereits genug gelitten. Tatsächlich war die nach einem Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen vom Künstler Edvard Eriksen 1913 erschaffene Statue bereits häufiger das Opfer von Vandalismus: Sie wurde zweimal enthauptet, ein Arm wurde ihr abgerissen und in den rebellischen sechziger Jahren wurde sie auf den Kopf gestellt. Ferner wurde sie in eine Burka gekleidet und mit einem Kopftuch versehen, in verschiedenen Farben angestrichen und mit einem an ihrer Hand befestigten Vibrator ausgestattet.

sto/AFP

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