Sonntag, 22. November 2009

Reise



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22.04.2009
 

Billigflieger

Ryanair prüft Zusatzgebühr für Übergewichtige

Sparkurs extrem: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair erwägt, künftig mehr Geld von übergewichtigen Fluggästen zu verlangen - und reagiert damit auf das Ergebnis einer bizarren Kundenumfrage.

Hamburg - Höhere Flugpreise für Dicke: Eine Umfrage unter Ryanair-Passagieren hat ergeben, dass 29 Prozent damit einverstanden wären, wenn eine "Fat Tax" für übergewichtige Passagiere eingeführt würde. An der Erhebung nahmen 100.000 Personen teil - sie wurden gebeten, Ideen einzusenden, was für eine Zusatzgebühr Ryanair künftig realisieren könnte.

Die Fluglinie gab an, dass man nun eine solche Gebühr prüfe. In den USA gibt es das bereits, bei Ryanair erwägt man nun verschiedene Varianten:

  • eine Gebühr pro Kilogramm ab 130 Kilogramm bei Männern und 100 Kilogramm bei Frauen
  • eine Gebühr nach Körperumfang ab 115 Zentimetern bei Männern, ab 101 Zentimetern bei Frauen
  • eine Gebühr nach Punkten im Body Mass Index ab 40 Punkten (mehr als 30 Punkte bedeuten Übergewicht / Fettleibigkeit)
  • eine Gebühr für einen zweiten Sitzplatz, sollte der Körperumfang des Passagiers beide Armlehnen berühren

"Bei einem derart eindeutigen Ergebnis für eine 'Fat Tax' bitten wir unsere Kunden nun, auch über die Art der Umsetzung mit abzustimmen", sagte Ryanair- Sprecher Stephan McNamara.

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"Die genannten Möglichkeiten erscheinen uns als die einfachsten, fairsten und operational am leichtesten umsetzbaren. In jedem Fall haben wir das Limit sehr hoch angesetzt, so dass ein 'Fat Tax' nur für Passagiere gelten wird, die mitreisende Sitznachbarn und deren Komfort beträchtlich einschränken."

Außerdem sei eine solche Gebühr vielleicht ein Ansporn für "unsere besonders 'großen' Passagiere", ein wenig abzunehmen und sich so leichter und gesünder zu ernähren,

sagte McNamara. Ob die weiteren häufig genannten Zusatzgebühren-Vorschläge auch Realität würden, dazu wollte er sich nicht äußern. Auf Rang zwei des Rankings landete mit 25 Prozent die Idee, Toilettenpapier mit einem Abbild von Fluglinienchef Michael O'Leary für einen Euro anzubieten, auf Rang drei (24 Prozent) eine Gebühr für eine Raucherkabine an Bord.

Aufregung in Frankreich

In Frankreich hat eine mögliche Übergewichtsgebühr bereits für Empörung gesorgt. Die Regierungspartei UMP verurteilte eine solche Preispolitik als "eindeutig diskriminierend" und "entwürdigend" und forderte die Fluglinie auf, diese Regelung nicht einzuführen. Übergewichtige Personen seien schon im Alltag viel zu oft Opfer ökonomischer oder sozialer Diskriminierung.

Am Dienstag hatte die irische Billigfluggesellschaft wieder einmal betont, dass sie die Wirtschaftskrise als Wettbewerbsvorteil ansehe. "Die Krise ist klar eine Chance für uns", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Frankfurt. Für das aktuelle Jahr strebe die Gesellschaft 67 Millionen Passagiere nach 58 Millionen im Vorjahr an. Die Krise werde seiner Einschätzung nach bis 2010 andauern und die Kunden massenhaft zu Ryanair treiben, das nach wie vor die günstigen Tarife anbiete.

Wegen der sinkenden Ölpreise und Zinsen würde trotz günstigerer Tarife der Profit weiter ansteigen. Der Ryanair-Chef bekräftigte seine Prognose für das am 31. März abgeschlossene Geschäftsjahr von 50 bis 80 Millionen Euro Gewinn.

sto/dpa

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