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26.04.2009
 

FKK-Verbot

Schweizer Kanton will keine Nacktwanderer mehr

Schluss mit "schamlosem Benehmen" in der Natur: In einem bei FKK-Anhängern beliebten Schweizer Kanton ist Nacktwandern ab sofort strafbar - bis zu 200 Franken kann ein Vergehen in Appenzell-Innerrhoden kosten. Jetzt will Appenzell-Ausserrhoden nachziehen.

Appenzell/Schweiz - Das ist ein schwerer Schlag für die deutsche FKK-Szene: Im Schweizer Kanton Appenzell-Innerrhoden ist das Nacktwandern seit Sonntag strafbar. Wer trotzdem hüllenlos im Alpstein, einem Teil der Appenzeller Alpen, unterwegs ist, muss mit einer Geldstrafe von 200 Franken rechnen. Das Verbot des Nacktwanderns wurde ohne Diskussion und mit großer Mehrheit beschlossen. "Die Reaktionen der Bevölkerung haben gezeigt, dass solche Erscheinungen weit herum als überaus störend und belästigend empfunden werden", schrieb die Regierung zur Erläuterung der Gesetzesänderung.

Nacktwanderer unterwegs: In der Schweiz sollen Geldstrafen die Menschen daran hindern, Touren im Adamskostüm zu unternehmen
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Nacktwanderer unterwegs: In der Schweiz sollen Geldstrafen die Menschen daran hindern, Touren im Adamskostüm zu unternehmen

Das Gesetz war nach Ansicht von Melchior Looser, Justiz- und Polizeiministers der Kantonsregierung, notwendig geworden. Denn die Polizei konnte zwar einen der splitterfasernackten Wanderer fassen, sie konnte ihm jedoch keine Geldbuße aufbrummen, weil es dafür kein Gesetz gab.

"Bevor es wieder warm wird, müssen wir etwas gegen dieses anstößige Verhalten unternehmen", sagte Looser bereits im Januar. "Schließlich halten sich im Sommer auch viele Kinder in unseren Bergen auf."

Nacktwandern boomt vor allem in der deutschen FKK-Szene und wird auf Webseiten und in Internetforen als das "besondere Naturerlebnis - frei und gesund" angepriesen. Seit die Internetseite Nacktwandern.de den Naturisten die Appenzeller Bergwelt ans Herz legte und im Herbst gleich dutzendweise die ersten hüllenlosen Touristen im Alpstein auftauchten, platzte den Behörden der Kragen.

In den Internetforen der Nacktwander-Bewegung stößt das Vorgehen in Appenzell Innerrhoden auf Kritik. Es heißt, dass die Naturisten die Öffentlichkeit nicht suchten und daher nur auf wenig begangenen Routen ihrer freien Körperkultur, die schon in der Antike gepflegt worden sei, frönten. Auf der ganzen Welt zeige man Verständnis für die Bewegung und begegne ihr grundsätzlich tolerant.

Auch in einem zweiten Alpstein-Kanton, Appenzell Ausserrhoden, soll das Nacktwandern verboten werden. Im Kantonsparlament wurde schon ein Antrag gegen das "schamlose Benehmen" angekündigt.

sto/AP

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