• Drucken
  • Senden
  • Feedback
28.04.2009
 

USA-Reisen

Mediziner rät von übertriebener Vorsicht ab

Das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf hält es nicht für nötig, jetzt Reisepläne in die USA zu überdenken. Das gilt auch für Besuche im späteren Sommer. Dann sei die Schweinegrippe sowieso entweder weltweit verbreitet - oder kein Thema mehr.

Düsseldorf - Die Schweinegrippe in Mexiko verunsichert momentan auch viele Menschen mit Reiseplänen in Richtung USA. In den Vereinigten Staaten sind ebenfalls Menschen mit der Viruserkrankung in Behandlung. Dennoch müssen USA-Urlauber und Geschäftsreisende ihr Verhalten im Land derzeit nicht ändern. Das sagte Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Es gebe in den USA bisher nur "ganz, ganz wenige Fälle in einem riesigen Land. Da jetzt Verhaltensregeln aufzustellen, wäre total übertrieben."

Mexikanerin beim Grenzübergang in die USA: Keine Notwendigkeit, Reisepläne über Bord zu werfen
Zur Großansicht
AP

Mexikanerin beim Grenzübergang in die USA: Keine Notwendigkeit, Reisepläne über Bord zu werfen

Ratschläge wie einen Mundschutz zu tragen und Grippemedikamente wie Tamiflu oder Relenza vorsorglich mitzunehmen, seien für Mexiko derzeit sinnvoll, erklärte Jelinek. Für die USA gelte das aber nicht.

Allerdings sollten Reisende wachsam sein und sich über den weiteren Verlauf der Schweinegrippe auch in den Vereinigten Staaten auf dem Laufenden halten. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurde von den Infizierten in den USA bisher nur ein Patient im Krankenhaus behandelt. "Im Gegensatz zu Mexiko scheint die Erkrankung hier milde zu verlaufen", schreibt das Ministerium in seinem Sicherheitshinweis.

Auch wer für die Sommermonate eine USA-Reise geplant oder bereits gebucht hat, müsse wegen der Schweinegrippe sein Vorhaben nicht über Bord werfen, erläuterte Jelinek. Entweder sei die Krankheitswelle im Juli und August vorbei - oder sie habe sich soweit rund um den Globus verbreitet, dass es egal sei, wohin sich Menschen auf den Weg machen.

Jelinek erinnerte an die Fälle von Schweinegrippe im US-Bundesstaat New Jersey im Jahr 1976, die auch plötzlich wieder verschwunden seien. Eine solche Entwicklung entspreche durchaus dem "natürlichen Verlauf" einer solchen Infektionswelle.

Nach Angaben der mexikanischen Regierung sind bis zum Montag 149 Menschen im Land an Grippe gestorben. Allerdings ist unklar, bei wie vielen das neue, mutierte Schweinegrippevirus A/H1N1 nachgewiesen wurde.

Von nicht unbedingt erforderlichen Mexiko-Reisen rät das Auswärtige Amt derzeit "dringend" ab. Für die USA empfiehlt das Ministerium das Einhalten von allgemeinen Hygieneregeln, darunter das regelmäßige Händewaschen mit Wasser und Seife. Engen Kontakt mit Kranken sowie größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden.

Das Schweinegrippe-Virus

Der Erreger

Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.

Die Symptome

Die Gefahr

Antivirale Mittel

Wandlungsfähigkeit von Grippeviren

sto/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
alles aus der Rubrik Aktuell

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP