Amsterdam: Schwulenparade lockt Rekord-Besucherzahl an

Frivole Riesenparty in der Innenstadt: Die Schwulenparade in Amsterdam hat mehr als 500.000 Besucher angelockt. Großen Beifall gab es für schwule Polizisten und Soldaten, die erstmals in Uniform an dem Umzug teilnehmen durften.

Amsterdam - Rekordbesuch bei Amsterdams Schwulenparade: Rund 560.000 Schaulustige aus aller Welt säumten am Samstag beim diesjährigen Schiffskorso von homosexuellen Männern und Frauen die Amsterdamer Prinsengracht und die Amstel. Auf 80 Flussschiffen und Booten demonstrierten Schwule und Lesben vor der immer wieder jubelnden Menge Lebensfreude und Stolz. Zugleich machten viele auf die Verfolgung von Homosexuellen in etlichen Ländern sowie auf immer noch existierende Formen der Diskriminierung auch in westlichen Gesellschaften aufmerksam.

Nach übereinstimmenden Angaben der Veranstalter und der Polizei kamen diesmal sogar noch 60.000 Menschen mehr zu dem Umzug als 2008. Mit Riesenbeifall wurden homosexuelle Polizisten sowie Soldaten der niederländischen Streitkräfte begrüßt, die zum ersten Mal in Uniform an dem Schwulen-Umzug teilnehmen durften. Erstmals war auch ein Boot mit bekannten Sportlern dabei, unter ihnen der Schwimm-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband. Für eine Premiere sorgte auch die regierende Christdemokratische Partei CDA, die sich erstmals offiziell beteiligte.

Bei der Grachtentour wurde an den 400. Jahrestag der Entdeckung Manhattans durch den von Amsterdamer Kaufleuten ausgesandten Kapitän Henry Hudson erinnert. Aus Anlass des Jubiläums besiegelte Amsterdams Bürgermeister Job Cohen die Ehen von fünf gleichgeschlechtlichen amerikanisch-niederländischen Paaren. Cohen hatte am 1. April 2001 weltweit zum ersten Mal homosexuelle Paare standesamtlich getraut.

In den vergangenen Jahren hat Amsterdams Ruf als "Schwulenhauptstadt der Welt" allerdings durch vereinzelte Angriffe auf Homosexuelle gelitten. Wenige Tage vor dem Schiffskorso wurde einer der Organisatoren auf einer Straße von einer Gruppe von Männern geschlagen. In der Nacht vor der Grachtentour malten Unbekannte eine schwulenfeindliche Losung auf eine Brücke am Beginn der Strecke.

sto/dpa

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  • Datum: Samstag 01.08.2009 | 19:07 Uhr
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