Wie mag wohl eine "Deformed Man Toilet" aussehen? Was will uns das Schild am Ufer mit der Aufschrift "Take care of your slip" sagen? Und welche Köstlichkeiten verbergen sich wohl in einem Restaurant namens "Translate server error"? Mit solchen Fragen müssen sich in China immer wieder Reisende auseinandersetzen, die keine chinesischen Schriftzeichen beherrschen.
Weil viele Restaurants und Touristenziele ihre Schilder mit Hilfe von Online-Übersetzungsprogrammen beschriften, konnte sich "Chinglish" zu einer heiteren Kunstform entwickeln. Schon mehrfach versuchte die Regierung, die als peinlich empfundene Pannen-Prosa von Speisekarten und Hinweisschildern zu verbannen.
Doch schon bei den Olympischen Spielen in Peking musste man feststellen, dass es unmöglich ist, zügig landesübergreifend sämtliche Chinglish-Stilblüten auszumerzen.
Bei der Vorbereitung auf die Weltausstellung 2010, zu der 70 Millionen Besucher erwartet werden, wagt nun Shanghai einen erneuten Vorstoß: Die Stadt verteilt eine 20-seitige Broschüre mit korrekten Übersetzungen von Standardfloskeln, Ortsangaben und Lebensmittelbezeichnungen, außerdem soll ein Heer von Studenten ausgesandt werden, um nach Übersetzungsfehlern zu fahnden und diese zu melden.
"Zahlreiche Übersetzungen ins Englische sind ziemlich rätselhaft, andere sind einfach peinlich", sagte Xue Mingyang, Leiter der Shanghaier Bildungskommission, der Zeitung "China Daily". Nach Angaben des Blattes habe eine Untersuchung der Stadt ergeben, dass im vergangenen Jahr jedes zehnte englischsprachige Hinweisschild Fehler enthielt.
Diese Zahl soll bis zum Beginn der Expo im Mai 2010 stark verringert werden. Schade eigentlich.
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