Köln - Die durch die weltweite Rezession ausgelöste Krise im Luftverkehr scheint sich ihrem Ende zu nähern. Die Luftfahrt-Branche könnte möglicherweise gegen Ende des Jahres schon wieder auf Wachstumskurs gehen, prognostizierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in seiner am Donnerstag vorgestellten Luftverkehrsstudie Global Aviation Monitor. Deutschland und Europa erweisen sich als Nachzügler bei der Erholung.
Die Experten berücksichtigten bei ihrer Untersuchung weltweit mehr als 3500 Flughäfen und rund 850 Fluggesellschaften. Ihr Fazit: Erstmals seit Beginn der Krise vor mehr als einem Jahr gebe es Anzeichen, dass der Negativtrend gestoppt sein könnte. In diesem September habe der Verkehr weltweit insgesamt wieder das Vorjahresniveau erreicht - nach einem Einbruch von fünf Prozent im Frühjahr.
Allerdings seien die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen beträchtlich. Stark betroffen von der Rezession sei weiterhin Europa, wo der Verkehr immer noch rund fünf Prozent unter dem des vergangenen Jahres liege, in Deutschland sogar um sieben Prozent.
In Asien und im Mittleren Osten wächst dagegen der Studie zufolge bereits wieder die Nachfrage nach Flügen. Auch auf dem größten Luftverkehrsmarkt der Welt, Nordamerika, sei der Schrumpfungsprozess zum Stillstand gekommen, berichteten die Experten.
British Airways stark gebeutelt
Sehr unterschiedlich verlief der Untersuchung zufolge auch die Entwicklung der Fluggesellschaften. So brillierte Air China zuletzt mit einem Wachstum um 13 Prozent, während bei der US-amerikanischen Delta Air Lines die Zahl der Flüge noch um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. In Europa litt dem Bericht zufolge besonders British Airways unter der Krise. Im Gegensatz dazu hätten unter anderem Turkish Airlines und einige Billigflieger ihr Angebot erhöhen können, zum Beispiel Ryanair in Deutschland um fast 28 Prozent.
Für das nächste Vierteljahr erwarten die Wissenschaftler global gesehen ein Flugangebot auf dem Niveau des Vorjahres - allerdings weiterhin mit erheblichen regionalen Unterschieden. Während der USA-Markt wieder wachsen dürfte, würden die Rückgänge in Europa noch einige Zeit anhalten, prognostizierten die Forscher. In Deutschland sei für die nächste Zeit mit einem Rückgang von bis zu sieben Prozent zu rechnen.
abl/AP
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